24.09.2019 06:22 |

Eisige Blicke am Gang

Trump „crasht“ Thunbergs Klima-Abrechnung vor UNO

Greta Thunberg hat den Regierungen weltweit in einer emotionalen Botschaft auf dem UN-Klimagipfel massive Vorwürfe gemacht. „Wir sind Zeugen einer massiven Zerstörung“, sagte die Initiatorin der Bewegung „Fridays for Future“ am Montag in New York bei einer Veranstaltung mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres. Zu dieser erschien überraschend auch US-Präsident Donald Trump - wenn auch nur für ein paar Augenblicke, inklusive wohl unfreiwilligem, aber umso eisigeren Zusammentreffen mit Thunberg auf einem Korridor des UNO-Hauptquartiers.

„Menschen leiden. Menschen sterben. Wir befinden uns am Anfang eines Massen-Aussterbens, und alles, woran Ihr denken könnt, sind Geld und Märchen von ewigem Wachstum. Wie könnt Ihr es wagen!“, beklagte die 16-Jährige am Montag in New York. Wenn der Umweltschutz ernst genommen würde, müsste sie nicht in New York sein, sagte Thunberg, die sich für ihren Kampf ein Jahr vom Unterricht befreien lassen hat. „Ich wäre in der Schule, auf der anderen Seite des Ozeans.“ Dass sie dies nicht könne, sei Schuld der Politiker: „Ihr habt mit euren leeren Worten meine Träume und meine Kindheit gestohlen“, sagte die Schwedin wütend.

Die Zukunft der Jugendlichen werde gefährdet, so Thunberg. Obwohl Wissenschaftler seit mehr als 30 Jahren vor einer massiven Erderwärmung warnten, täten die Regierungen nicht genug, sondern sorgten sich vor allem um das Wachstum der Wirtschaft. „Ihr enttäuscht uns“, sagte die Schwedin, die die „Fridays for Future“-Bewegung mit ihrem Schulstreik ins Leben gerufen hatte.

„Die Jungen verstehen euren Verrat“
Ihr sei ihre Jugend durch „leere Worte“ der Politiker gestohlen worden, sagte die sichtlich aufgewühlte 16-Jährige (siehe auch Video oben). Das Verhalten der Regierungen mache sie „wütend und traurig“. Sie wolle zwar noch immer nicht glauben, dass die Regierungen „böse“ seien, „aber die Jungen verstehen euren Verrat. Die Welt wacht auf. Der Wandel kommt, ob ihr es wollt oder nicht“, sagte sie.

Und plötzlich war er da
Entgegen anderslautender Ankündigungen erschien auch US-Präsident Trump überraschend beim Gipfel. Er setzte sich - wenn auch nur für einige Minuten - ins Plenum, obwohl er ursprünglich nicht an dem Treffen teilnehmen wollte. Trump hat den menschengemachten Klimawandel immer wieder angezweifelt und 2017 den Austritt seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt.

Zufälliges Treffen am Gang: Wenn Blicke töten könnten ...
Bei Trumps Ankunft gab es ein kurzes, wohl unbeabsichtigtes Zusammentreffen der Trump-Delegation mit Thunberg hinter den Kulissen des Gipfels in einem Gang des UNO-Hauptquartiers. Trump zieht mit seinen Leuten durch, Thunberg steht wenige Meter entfernt im selben Gang. Während Trump keine Notiz von der 16-Jährigen nimmt, schickte diese ihm einen finsteren Blick nach.

„Gegenveranstaltung“ zu Religionsfreiheit
Zum Klima-Thema äußerte sich Trump im Anschluss vorerst nicht, er rief stattdessen andere Staaten zum besseren Schutz der Religionsfreiheit auf. „Die Vereinigten Staaten von Amerika appellieren an die Nationen der Welt, religiöse Verfolgung zu beenden“, sagte er an der Seite von UNO-Generalsekretär Guterres.

Angriffe auf Gläubige müssten ein Ende haben und Menschen, die wegen ihres Glaubens inhaftiert sind, müssten freigelassen werden, so Trump. Er hatte parallel zum UN-Klimagipfel zu dem Termin geladen. Das löste Irritationen aus und wurde als Zeichen von Trumps Desinteresse und Geringschätzung für Anstrengungen gegen die Klimakrise gewertet.

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