09.09.2019 15:18 |

Verletzungsrisiko

Deutscher Arzt fordert totales E-Scooter-Verbot

Seit Juni sind E-Scooter in Deutschland zugelassen. Anhand der bisherigen Erfahrungswerte fordert nun aber ein Arzt, die elektrischen Tretroller komplett zu verbieten. Zu hoch sei das Verletzungsrisiko. „Überall dort, wo diese Fahrzeuge inzwischen rumfahren, haben wir deutlich mehr Verletzte“, erklärte Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, am Montag.

Laut Gassen sind die schlimmsten Befürchtungen eingetreten. „Aus unfallchirurgischer Sicht sind E-Tretroller eine Katastrophe. Die Blessuren beginnen bei komplexen Brüchen von Armen und Beinen und reichen bis hin zu Kopfverletzungen.“ Sogar Todesfälle habe es bereits gegeben.

E-Scooter „gehören weder auf die Straße noch auf den Gehsteig“
Die Gefahr gehe meistens von den Fahrern selbst aus. Diese seien in vielen Fällen ohne Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer unterwegs, würden Kreuzungen blindlings und trotz roter Ampeln überqueren und würden die Scooter oft zu zweit benutzen.
Gassens Ansicht nach würden auch spezielle Führerscheine oder der Einbau von Blinkern nicht viel helfen. Der Mediziner hält diese Gefährte generell für unnötig, sie gehörten „weder auf die Straße und schon gar nicht auf den Gehsteig“.

Unfallforscher Siegfried Brockmann widerspricht Gassen jedoch. Er hält ein Verbot nur wenige Monate nach der Einführung für nicht sinnvoll. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es durch dieses neue Verkehrsmittel auch zu Unfällen kommen werde. Brockmann zieht einen Vergleich zum Fahrrad, mit denen es auch zu Unfällen komme, aber niemand auf die Idee kommen würde, Fahrräder deshalb zu verbieten. Zielführender seien mehr Kontrollen durch die Polizei.

Weniger Unfälle durch mehr Rücksicht
Im August wurden in Deutschland Regeln - in Österreich ist eine derartige Regelung seit Anfang Juni 2019 in Kraft - für elektrische Tretroller vereinbart. Damit sie sich gut in den Verkehr integrieren, brauche es aber vor allem die Rücksicht derer, die damit unterwegs sind, erklärte ein weiterer Experte.

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