26.08.2019 17:08 |

„Krone“-Interview

Thiem: „Diese Fragen kann ich nicht mehr hören“

Der Hals ist zwar noch etwas belegt, aber sonst läuft die „Tennis-Maschine“ Dominic Thiem schon wieder - vor seinem Erstrundenspiel am Dienstag gegen den Italiener Thomas Fabbiano spricht der 25-Jährige aber nicht nur über seinen überstandenen Virus…

„Krone“: Dominic, die Vorbereitung auf den letzten Grand Slam des Jahres war bescheiden …
Dominic Thiem: Ja, sehr mühsam! Zwei Wochen lang konnte ich kaum spielen, ich habe Ärzte aufgesucht, den Virus in den Griff bekommen. Ähnliches ist mir letztes Jahr passiert.

„Krone“: Warum? Was kann der Grund dafür sein?
Thiem: Schwer zu eruieren, Kitzbühel war sehr anstrengend. Ich bin in jedem Match an die Grenzen gegangen, habe bei jedem Punkt um mein Leben gespielt. So sehr wollte ich diesen Titel. Rundherum war extrem viel los, so viele Leute. Ein Traum, dass dieses Turnier so explodiert ist. Doch diese Woche kostete enorm viel Kraft.

„Krone“: Schon einen Tag nach dem Finale bist du dann nach Montreal zum dortigen „1000er“-Turnier geflogen
Thiem: Da stieg ich aber schon angeschlagen aus dem Flieger, fühlte mich vor der ersten Partie schon krank, rettete mich trotzdem ins Viertelfinale. Dann kam der Einbruch. In Cincinnati lag ich nur im Hotel, auch in New York spürte ich die Nachwirkungen noch sehr.

„Krone“: 2018 warst du vor den US Open ebenfalls krank.
Thiem: Allerdings ein paar Tage früher, daher ging sich alles locker aus. Ich hab‘ es im letzten Jahr hingekriegt, werde es auch heuer hinkriegen. Ich bin positiv! Doch Wunderdinge dürfen sich die Leute keine erwarten.

„Krone“: Zum Start wartet am Dienstag im 23.000 Fans fassenden Arthur-Ashe-Stadion Thomas Fabbiano.
Thiem: Ich hab‘ gegen den Italiener noch nie gespielt. Er steht im Ranking um Platz 85, hat hier vor zwei Jahren die dritte Runde erreicht. Vieles hängt halt von meiner Fitness ab. Habe ich genug Kraft, um über die volle Distanz zu gehen? Fest steht: Ich genieße, dass das erste Match in der Ashe-Arena ist. Eine größere Tennis-Bühne gibt es nicht. Geil!

„Krone“: Schon bei den Trainingseinheiten haben dich die Zuschauer belagert, die US-Amerikaner mögen dich.
Thiem: Das ehrt mich natürlich. Die Begeisterung um dieses Turnier wird immer größer, sogar an den Trainingstagen kommen Tausende Fans. Die Securitys haben alle Hände voll zu tun, damit die Spieler nicht komplett überrumpelt werden.

„Krone“: Auch in New York geht es allerdings selten ruhig zu.
Thiem: Ich habe heuer ein Hotel in der Nähe des Central Parks gebucht, da läuft alles eher gesitteter ab. Ansonsten geht in Manhattan die Post ab. Tag und Nacht. Jedes Mal aufs Neue beeindruckend, doch runterkommen kann man in dieser Stadt nicht. Das sollte man aber, wenn man als Sportler erfolgreich sein will.

„Krone“: Novak Djokovic hat unlängst behauptet, dass du das Zeug zur Nummer eins hast. Was sagst du dazu?
Thiem: Ehrlich, ich kann diese Fragen nicht mehr hören. Ich bin die Nummer vier der Welt, warum sollte ich dann nicht Nummer eins werden können? Alles andere, als daran zu arbeiten, wäre ja völlig unlogisch.

Peter Moizi, Kronen Zeitung

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