25.08.2019 06:00 |

Im Gemeindebau

Immer mehr Wiener Mieter leiden unter Schimmel

Er kann mitunter krank machen, ist schwer zu entfernen, er stinkt und sieht grauslich aus: Schimmel. Immer mehr Mieter in Wiener Gemeinbauten leiden unter dem ungustiösen schwarz-grünen Pilz in ihrer Wohnung. 6614 Beschwerden verzeichnete die Stadt im Vorjahr. Ein Höchstwert, wie die Zahlen seit 2015 belegen.

„Falsch gelüftet, falsch geheizt“, ist die Standardantwort von Wiener Wohnen auf das Problem. Viele Betroffene fühlen sich gefrotzelt, weil sie tatsächlich nichts falsch machen. Oft hilft nur eine umfassende Sanierung. Aber die ist teuer. Beispielhaft dazu ein Fall aus der Gusenleithnergasse/Hütteldorfer Straße in Penzing. Die Wohnungen im Erdgeschoß schimmeln weg, weil ein unter der Anlage fließender Bach scheinbar Feuchtigkeit nach oben drückt.

„Schimmel wird nur notdürftig übermalt“
Beschwerden gibt es seit 15 Jahren. „Aber der Schimmel wird immer nur notdürftig übermalt“, erzählt Bewohner Gerd Farnleitner. Nachbarn wären schon lungenkrank, Kindergartenkinder hätten wegziehen müssen. Die Volksanwaltschaft fordert nun die Stadt auf, Lösungen zu bringen. Kein Einzelfall. „Wiener Wohnen muss endlich auf die Tausenden Mieter reagieren“, fordert FPÖ-Gemeinderat Günter Kasal. „Wer bitte glaubt, dass jährlich über 6000 Mieter bei steigender Tendenz schlecht lüften?“ Die Zahlen (2015 gab es 5814 Schimmelmeldungen, 2017 bereits 6104 etc.) gehen aus einer Anfrage an Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) hervor.

Neben dem Negativen zeigt diese Auswertung aber auch Positives: So gingen die Lärmbeschwerden in vier Jahren von 9451 auf 6358 zurück. Und auch wenn es in einigen Bauten (noch) anders ist: „Nur“ 674 Mieter beklagten Müllprobleme, 2015 waren es noch mehr als 3000 gewesen. Die Stadt setzt hier gezielt Maßnahmen.

Was stört Sie im Gemeindebau? Schicken Sie uns Ihre Infos an gemeindebau@kronenzeitung.at oder per Post: Wien-Redaktion, Muthgasse 2, 1190 Wien.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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