Herzlose Chefin:

Kündigung trotz Leidensweg

Einfühlungsvermögen, Humanität, Verständnis auch für Seelenschmerz - all das erwartet man wohl zurecht gerade von einer Medizinerin. Doch in einer Praxis im Mostviertel dürfte davon nicht viel zu spüren sein. Als die Sekretärin nach einer Fehlgeburt krank geschrieben wurde, sprach die Chefin eiskalt die Kündigung aus.

Als eine 27-Jährige im Mostviertel erfuhr, dass sie Mutter werden würde, war die Freude groß. Doch dann schlug das Schicksal gnadenlos zu: Erst verschlechterte sich der Gesundheitszustand der Frau dramatisch, dann kam die niederschmetternde Diagnose - sie hatte ihr Baby verloren. Aufgrund dieses Leidensweges wurde die Betroffene, die als Sekretärin in einer Arztpraxis arbeitete, von einem anderen Mediziner sofort in den Krankenstand geschickt. Drei Tage nach der Fehlgeburt teilte die Angestellte dies ihrer Chefin mit.

„Die Antwort war der nächste schwere Schlag“, berichten Experten der Arbeiterkammer: „Die Frau wurde aufgefordert, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufzulösen.“ Die Frau lehnte ab - prompt wurde ihr gleich am Telefon und tags darauf auch schriftlich die Kündigung ausgesprochen. Nach der Genesung ließ die 27-Jährige die Endabrechung überprüfen. Da wurde festgestellt: Die Kündigung war rechtsunwirksam, weil sie zu früh erfolgte. AK-Präsident Markus Wieser: „In solchen Fällen gilt nämlich ein Kündigungsschutz von vier Wochen.“ Die Ärztin musste der Frau mehr als 3500 Euro nachzahlen.

Christoph Weisgram, Kronen Zeitung

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