22.08.2019 06:00 |

„Kein Geständnis“

Schwangere getötet: Schiedsrichter bestreitet Tat

Tagelang galten die Ermittlungen nach dem schrecklichen Mord im Kärntner Feffernitz, bei dem eine hochschwangere Mutter und ihr ungeborenes Baby getötet worden waren, als Verschlussakt. Nun ist klar, warum: Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich um einen prominenten Fußball-Schiri handeln. Er leugnet bisher.

In der Nacht auf Samstag hatten Nachbarn Hilfeschreie aus der Wohnung einer 31-Jährigen gehört und die Polizei alarmiert. Als die Beamten eintrafen, bot sich ihnen ein schreckliches Bild: eine junge Frau tot in der Badewanne, ihr Baby, das in zwei Wochen zur Welt hätte kommen sollen, mit ihr im Mutterleib verstorben.

Bekannter als Verdächtiger
Als möglicher Tatverdächtiger wurde schon wenige Stunden später ein Bekannter der dreifachen Mutter ausgeforscht und, wie berichtet, auch in Untersuchungshaft genommen: Ein vor allem in der Sportszene gut bekannter Fußball-Schiedsrichter könnte der Vater des ungeborenen Kindes sein. Darin sehen die Ermittler ein mögliches Motiv für die Wahnsinnstat. Denn der Mann ist verheiratet und hat selbst eine wachsende Familie - möglicherweise wollte er diese vor einem „Skandal“ bewahren.

Eine DNA-Analyse soll zumindest zur Vaterschaft Gewissheit bringen. Was sich wirklich im Badezimmer des Opfers abgespielt hat, bleibt noch im Dunkeln. Die zwei Kinder, die in der Wohnung waren, dürften zum Glück nichts vom Todeskampf der Mutter mitbekommen haben, das dritte Kind war bei der Oma.

„Es liegt kein Geständnis vor“
„Es werden Tatortspuren ausgewertet und mehrere Gutachten eingeholt“, so Tina Frimmel-Hesse von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Mehr Informationen gibt man aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nicht preis. Auch weil der mutmaßliche Mörder die Tat abstreitet, wie Gerichtssprecher Christian Liebhauser der „Krone“ bestätigt: „Es liegt kein Geständnis vor.“

Bisher ist der Mann auch nicht anwaltlich vertreten. Er hat zunächst auf einen Verteidiger verzichtet, mittlerweile aber um Verfahrenshilfe angesucht. Die Rechtsanwaltskammer Kärnten teilt dem 35-Jährigen einen Rechtsvertreter zu, der ihn auch bei der nächsten Haftprüfung in zwei Wochen beraten soll. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Kerstin Wassermann, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter