19.08.2019 20:59 |

Behörden warnen:

Waldbrand auf Gran Canaria „außer Kontrolle“

Der erneute Waldbrand auf der spanischen Ferieninsel Gran Canaria hat sich nach Einschätzung von Naturschützern zur „Umwelt-Tragödie“ entwickelt. Das Feuer habe den als „grüne Lunge der Insel“ bekannten Naturpark Tamadaba erreicht, sagte Lourdes Hernández von der Umweltorganisation WWF am Montag. Seit Samstag hat der Waldbrand im Zentrum der Insel bereits rund 6000 Hektar Land zerstört. Den Behörden zufolge ist das Feuer „außer Kontrolle“.

Die bis zu 50 Meter hohen Flammen machten es den Einsatzkräften nach eigenen Angaben an manchen Stellen unmöglich, zu dem Feuer vorzudringen. Auch Löschflugzeuge konnten dort nicht mehr eingesetzt werden. „Das ist ein kritischer Moment“, sagte der spanische Landwirtschaftsminister Luis Planas. „Montag und Dienstag werden entscheidend sein“, warnte er. Dies bedeute allerdings nicht, dass die Einsatzkräfte das Feuer „in 48 Stunden löschen werden“.

„Extrem aggressives Feuer schwer in den Griff zu bekommen“
Der Präsident der Kanarischen Inseln, Angel Victor Torres, sagte, das heiße Sommerwetter und die geringe Luftfeuchtigkeit machten es schwer, das „extrem aggressive“ Feuer in den Griff zu bekommen. Hinzu komme starker Wind, der die Flammen anfache, und eine starke Rauchentwicklung, betonte die Sprecherin des kanarischen Notfalldienstes, Laura Otero.

„Klimawandel verantwortlich“
Lourdes Hernández machte den Klimawandel für die schnelle Ausbreitung von Bränden verantwortlich. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus und die Glut fliege häufig mehrere Meter weit. „Das nennt man einen Feuersturm. Wir sprechen hier von Bränden, denen man sich nicht nähern kann und die nicht gelöscht werden können“, sagte die WWF-Expertin. Das Feuer bedrohe auch das für seine biologische Vielfalt bekannte Naturschutzgebiet Inagua.

Rund 700 Feuerwehrleute und 14 Löschflugzeuge und Hubschrauber sind derzeit im Einsatz, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Die spanische Regierung schickte Soldaten vom Festland auf die Insel, um die örtlichen Einsatzkräfte zu unterstützen. Am Dienstag sollen weitere Hubschrauber eintreffen. Dieser Einsatz von Boden- und Luftwaffen sei „der größte, der jemals auf den Kanarischen Inseln durchgeführt wurde, und einer der größten, der in den letzten Jahren in Spanien durchgeführt wurde“, sagte Planas.

Brandstiftung vermutet
Es ist bereits der dritte Brand auf der Ferieninsel binnen zehn Tagen. Erst am vergangenen Dienstag hatte die Feuerwehr einen Waldbrand in der selben Region im Zentrum der Kanaren-Insel unter Kontrolle gebracht. Gleichzeitig hatte der Katastrophenschutz gewarnt, bei starkem Wind und großer Hitze könnten verbleibende Glutnester jederzeit wieder aufflackern und ein neues Feuer auslösen. Zeitungen zitierten den Chef der Inselregierung, Antonio Morales, mit den Worten, es könne sich möglicherweise um Brandstiftung handeln. Beweise dafür gebe es aber bisher nicht. Schon vor einer Woche waren in der gleichen Bergregion rund um die Gemeinden Tejeda und Artenara 1500 Hektar verbrannt.

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