21.07.2019 08:29 |

Grundsatz-Diskussion

Wer soll günstige Wohnungen kaufen dürfen?

230 Wohnungen will die Heimat Österreich in Gneis bauen. 60 davon sind Baurechtseigentum, das für 99 Jahre eingeräumt wird. Daher kosten sie „nur“ 3800 pro Quadratmeter, während der Marktpreis bei 6000 Euro liegt. Politik und Bauträger rechnen mit großer Nachfrage. Nur: Wer soll letztlich zum Zug kommen?

Für geförderte Mietwohnungen gibt es seit Jahrzehnten klare Vergabe-Kriterien: Berücksichtigt werden Einkommen, Dringlichkeit des Bedarfs, Familiengröße, verbrachte Lebenszeit in der Stadt, Sprachkenntnis... Geförderte Eigentumswohnungen können derzeit von den Bauträgern frei vergeben werden.

Das führte 2017 zum Gswb-Skandal, bei dem aufflog, dass der Sohn eines Direktors mit einer billigen Wohnung bedient wurde. Ebenfalls 2017 wurde für eine Anlage in der Dr.-Sylvester-Straße gelost (!), wer letztlich kaufen durfte.

„Eine Wohnungslotterie wird es sicher nicht mehr geben“, sagt ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs. Er fordert für die Vergabe der Wohnungen am Dossenweg „völlige Transparenz“. So könnten kinderreiche Familien oder Käufer mit Wohnsitz und Arbeitsplatz in der Stadt bevorzug werden.

Kriterien-Katalog wie bei den Mietwohnungen

SPÖ-Stadträtin Anja Hagenauer kann sich genauso wie KPÖ-Gemeinderat Kay-Michael Dankl vorstellen, dass die Vergabe-Richtlinien für Mietwohnungen sinngemäß auch für Eigentum angewendet werden.

Die grüne Klubchefin Ingeborg Haller meint hingegen, es brauche keine Kriterien. „Es wird keinen Andrang geben, weil sich das ohnehin kaum jemand leisten kann.“ Außerdem fürchtet sie, „dass unter dem „Deckmantel der Transparenz das neue Modell der Baugruppen verhindert wird“. Das sind Vereine, die sich in Bauprojekte einkaufen und selbst entscheiden, wie der Wohnraum genutzt wird.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger
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