20.07.2019 20:50 |

Nächster Todesflug

Kleinflugzeug kracht in Baumarkt - drei Tote!

Zweites schweres Unglück mit einem Kleinflugzeug binnen 48 Stunden: Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges in Tirol, bei dem am Donnerstag drei Deutsche ums Leben kamen, sind am Samstag drei Menschen mit einem Kleinflugzeug in Deutschland tödlich verunglückt. Der Flieger vom Typ „Jodel 1050“ krachte mitten in der Haupteinkaufszeit in der Nähe von Karlsruhe gegen die Fassade eines Baumarktes. Das Gebäude wurde vorsorglich geräumt, Kunden und Mitarbeiter dürften nicht zu Schaden gekommen sein.

Zu dem Absturz-Drama kam es am Samstag kurz vor 13 Uhr in Bruchsal. Die Kleinsadt liegt rund 20 Kilometer nördlich von Karlsruhe in Baden-Württemberg. Der Pilot hatte sich vorher auf keinem Funk-Kanal am Flugplatz angemeldet, oder auf seine Not-Situation aufmerksam gemacht, hieß es in deutschen Medienberichten. Offenbar wollte er auf einem nahegelegenen Flugplatz landen.

Kleinflugzeug krachte gegen Rückseite des Baumarktes
Das Kleinflugzeug prallte stattdessen aber gegen die Fassade des Baumarkts. Auf Bildern war zu sehen, dass das Flugzeug einen Zaun umgeschlagen hatte und an der Rückseite gegen das Gebäude gekracht war. An der Fassade selbst waren aus der Ferne nur wenige Spuren zu erkennen. Das Gebäude des Baumarktes wurde dennoch vorsorglich geräumt. Ob es einsturzgefährdet ist, konnte die Polizei noch nicht sagen.

Einem Polizeisprecher zufolge gibt es Hinweise darauf, dass es sich um einen missglückten Landeversuch gehandelt hatte. Offenbar sei das Flugzeug abgedreht und dann gegen die Wand des Baumarktes geprallt. Ein Flugplatz mit Graspiste liegt nur wenige hundert Meter entfernt von der Absturzstelle an der Rückseite des Baumarktes. Es sei kein normaler Anflug gewesen, sagte Augenzeuge Ulrich Stockenberger zur „Bild“. „Ein normaler Anflug geht auf die Bahn, der ging aber schräg. An irgendeiner Stelle ist etwas nicht mehr planmäßig gewesen“, so der Pilot. Der Flieger sei plötzlich abgedreht, offenbar um einen neuen Landeanflug zu starten - was jedoch in einer Tragödie endete.

Es hätte noch weitaus schlimmer enden können
Die Polizei sprach laut aktuellen Informationen von drei Toten. In der Maschine saßen drei Personen, die alle den Absturz nicht überlebt haben. Weil das Flugzeug mit einer hohen Endgeschwindigkeit in das Gebäude des Baumarktes krachte, sei eine Identifizierung der Leichen äußerst schwierig, die Körper sind laut Polizei so entstellt, dass nicht mal das Geschlecht der Opfer zu erkennen sei, hieß es am Samstagabend. Möglicherweise hätte es noch weitaus schlimmer enden können, wäre das Flugzeug in die Vorderseite des Geschäfts, wo sich auch der Kundenparkplatz befindet, gekracht.

Notfallseelsorger betreuten die geschockten Mitarbeiter des Baumarktes und Augenzeugen Bei dem abgestürzten Flugzeug handelt es sich um eine Maschine in Holzausführung vom Typ „Jodel 1050“. Das Flugzeug habe laut Polizei eine deutsche Kennung und sei französischer Herkunft. „Wo das Flugzeug gestartet ist, ist momentan Gegenstand der Ermittlungen“, so eine Polizeisprecherin. Laut Pilot Stockenberger hatte der Flieger nichts mit dem nahegelegenen Fluplatz zu tun. „Von daher können wir nicht sagen, wo der herkam, was der wollte. Wir wissen dazu nichts. Es ist ein uns unbekanntes Flugzeug mit uns unbekannten Insassen“, so Stockinger.

Todesflug in Tirol: Pilot verließ sichere Route
Erst am Donnerstag war es in Tirol zum Absturz eines Kleinflugzeuges mit drei Toten gekommen (siehe Video unten). Wie am Samstag bekannt wurde, soll sich der Pilot nicht an die vorgegebene Flugroute gehalten haben.

Bei dem Unglück sind sehr wahrscheinlich drei Männer im Alter von 72, 57 und 56 Jahren aus Deutschland ums Leben gekommen. Ob es sich bei den Insassen tatsächlich um jene drei Männer handelt, könne aber nur ein DNA-Abgleich sicherstellen, da die Leichen bis zur Unkenntlichkeit entstellt wurden.

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