18.07.2019 18:06 |

Auf gefährlicher B320

Verbot für Transit-Lkw: Ennstaler machen ernst

Deutlich mehr als 1000 Lkw donnern täglich über die gefährliche B320 im Ennstal, fast die Hälfte davon zählt zum Durchzugsverkehr. Um die Straße sicherer zu machen, möchte Bezirkshauptmann Josef Dick jetzt - unterstützt durch ein brandaktuelles Verkehrsgutachten - ein Fahrverbot für „Mautflüchtlinge“ umsetzen.

„Die Leistungsfähigkeit ist auf den freien Strecken erreicht, an kritischen Stellen überschritten“, sagt Helmut Köll. Er präsentierte am Donnerstag in der Bezirkshauptmannschaft Liezen die Ergebnisse seines verkehrstechnischen Gutachtens - und die hatten es in sich.

Durchschnittlich werden bei automatischen Zählstellen 11.400 Fahrzeuge pro Tag an der B320 in Schladming erfasst, darunter sind 1540 Lkw. In Liezen sind es 17.000 Fahrzeuge (davon 2630 Lkw). Der Schwerverkehr hat einen Anteil von etwa 15 Prozent - und nimmt Jahr für Jahr um etwa zwei Prozent zu.

174 Unfälle mit verletzten Personen in vier Jahren
Im Gutachten wird auch die hohe Unfallgefahr an der B320 angesprochen: In den vergangenen vier Jahren gab es 174 Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden; bei 40 davon waren auch Lastwagen involviert.

„Demnächst Verordnung verhängen“
Das Fazit ist für Bezirkshauptmann Josef Dick klar: „Dieses Gutachten rechtfertigt ein Fahrverbot. Wir werden demnächst eine Verordnung verhängen!“, verkündete er am Donnerstag. Wenn der Entwurf vorliegt, haben die Kammern (Wirtschaft, Arbeiter usw.) zwei bis drei Wochen Zeit, um Stellung zu nehmen.

Bis zu 700 Lkw weniger pro Tag
Weiterhin erlaubt sind natürlich Fahrten, die in der Region beginnen oder enden (Ziel- und Quellverkehr). Je nachdem, wie weit dieses Gebiet gefasst wird, könnten in Zukunft zwischen 29 bis 42 Prozent des Schwerverkehrs vermieden werden - in absoluten Zahlen sind das laut Gutachten 500 bis 727 Lkw am Tag.

Heinz Weeber, Kronen Zeitung

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