Unmengen von Pillen

Großzügig Rezepte verteilt: 92-jährige Ärztin vor Gericht

Steiermark
15.04.2010 19:34
Eine 92-jährige Ärztin hat sich am Donnerstag am Landesgericht Leoben wegen des Verstoßes gegen das Suchtmittelgesetz verantworten müssen. Der Frau wird vorgeworfen, Unmengen von Beruhigungsmitteln ohne medizinische Notwendigkeit an Patienten verschrieben zu haben. Die Angeklagte fühlt sich nicht schuldig - der Prozess wurde vertagt.

Etwa 34.000 der unterschiedlichsten Tranquilizer sollen von der Ärztin an Drogensüchtige verschrieben worden sein. "Jenseits jeglicher medizinischer Notwendigkeit", ist die Staatsanwältin überzeugt. 

"Meine Mandantin war 70 Jahre in der Drogenbehandlung, ist eine der führenden Persönlichkeiten. Und ihr wird vorgeworfen, sie hätte ins Metier der Drogenhändler gewechselt", gab sich ihr Verteidiger schon beim ersten Prozesstag erschüttert. Am Donnerstag waren die Patienten der Angeklagten am Wort. 

Angeklagte: "Ich war zu gutherzig"
"Es war ein Kinderspiel", hieß es da. Oder: "Wenn ich was gebraucht habe, hab ich es auch bekommen." Die 92-Jährige ist sich keiner  Schuld bewusst. Sie habe nur nicht gewollt, dass die Patienten Entzugserscheinungen bekommen. Außerdem seien auch viele ihrer Rezepte gefälscht worden. Dass ihr das eine oder andere Medikament mit Tricks herausgelockt wurde, bestreitet sie aber nicht: "Ich war zu gutherzig."

von Eva Molitschnig, Heinz Weeber ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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