02.06.2019 09:00 |

Große Bezirkstour

Dort, wo die „richtigen“ Bergbauern leben

Die jährliche Bezirkstour der „Krone“ mit Tirols LK-Präsident Josef Hechenberger und seiner Vize Helga Brunschmid führte in diesem Jahr in den Bezirk Landeck - genauer gesagt nach Fließ und Kaunerberg.

Die Bezirkstour der Tiroler Landwirtschaftskammer steht heuer unter dem Motto „Tierwohl“. Auch deswegen, weil man seitens des Lebensmittelhandels unbedingt ein generelles Anbindeverbot in den Ställen erwirken wollte. „Zum einen wollen wir aufzeigen, dass Anbinden und Tierwohl kein Widerspruch sind. Zum anderen ist Tierwohl mehr als nur die Form der Haltung. Und zum Dritten haben speziell die vielen kleine Bergbauern gar nicht den Platz und die Möglichkeit, einen Laufstall zu bauen“, stellt Josef Hechenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, klar.

Vier Generationen unter einem Dach
Dieses Mal fahren wir zuerst nach Fließ. In den Ortsteil Puschlin, der direkt an Kaunerberg angrenzt. Erste Station: Der Hof der Familie Schwarz auf 1470 Metern Seehöhe. Ein klassischer Oberländer Bergbauernbetrieb. Ebene Fläche gibt es nur dort, wo der Mensch eingegriffen hat. Rund ums Haus steile Wiesen – so weit das Auge reicht. Vier Generationen wohnen hier unter einem Dach: Bauer Michael, seine Steffi (aus Wenns) und ihr kleiner Paul; Michaels Eltern Ewald und Imelda sowie Ewalds Mutter.

Mähen zwischen 1200 und 1600 Meter Seehöhe
„Wir bewirtschaften 18,5 Hektar Grund – ab 1200 bis 1600 Meter Seehöhe. Die Wiesen werden zwischen ein- und dreimal pro Jahr gemäht“, erzählt Michael. Die Familie Schwarz ist eine der wenigen Vollerwerbsbauern im Bezirk, sieht man von der „Nebenbeschäftigung“ von Ewald und Michael als Klauenpfleger einmal ab.

Auch Bezirksobmann Elmar Monz, Bezirksbäuerin Gertrud Denoth sowie Bezirks-GF Peter Frank sind dabei. „Der Bezirk Landeck ist der extremste Bergbauern-Bezirk Österreichs. 99 Prozent der Betriebe sind Bergbauern – im Nebenerwerb“, erklärt Monz.

Im Winter Skilehrer
Weiter geht es zur Familie Nigg - Josef und Christine führen dort einen ähnlichen Hof wie die Familie Schwarz im Nachbarort. Zehn Kühe und 15 Stück Jungvieh. Sie haben auch noch zwei Ferienwohnungen - Urlaub am Bauernhof mit einem sensationellen Blick ins Obere Gericht und auf das Sonnenplateau Fiss-Ladis-Serfaus. Im Winter pendelt Josef immer von der einen auf die andere Talseite - er ist Skilehrer in Serfaus.

„Wir müssen am selben Strick ziehen“
Davor und danach geht er in den Stall. Jeden Tag. Und wenn er sagt, dass er mit niemanden tauschen will, dann glaubt man ihm das. Die Zufriedenheit in Person! Wie oft seine Frau runter ins Tal kommt? „Höchstens einmal pro Woche“, sagt die gebürtige Wipptalerin. Die drei Söhne und Josefs Mama wohnen ebenfalls noch im Haus. Alle helfen mit.

„Wenn alle am selben Strick und - noch wichtiger - in die selbe Richtung ziehen, dann funktioniert das“, ist Josef Nigg überzeugt. Sie bewirtschaften 19 Hektar und liefern die Milch an die Tirol Milch - in Bioqualität.

Seltenheit: Gleich viele Kühe wie Einwohner
In Kaunerberg, das ja auch die Heimat des Bundespräsidenten ist, gibt es übrigens 47 viehhaltende Betriebe, die in Summe 430 GVE (Großvieheinheiten) haben - gleich viel wie Einwohner! Das können die wenigsten Orte von sich behaupten.

Markus Gassler
Markus Gassler

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