22.05.2019 06:00 |

Med-Uni Innsbruck

Forschungs-Ergebnisse, die wahrlich überraschen

Übergewicht erhöht das Risiko für Dickdarm- oder Gebärmutterkrebs. Dieser oft bestätigte Zusammenhang muss aber nun aber laut einer aktuellen Studie der Medizinischen Universität Innsbruck unter neuen Vorzeichen gesehen werden. Das Team um Medizin-Statiker Hanno Ulmer konnte interessante Aspekte nachweisen.
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Metabolische Faktoren wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, veränderte Blutfettwerte oder Insulinresistenz wurden mit Krebserkrankungen bereits in Verbindung gebracht. So stehen Krebsformen wie Dickdarm, Leber- und Nierenkrebs, aber auch die Entstehung von gynäkologischen Tumoren, mit Übergewicht und der damit assoziierten Insulinresistenz in Verbindung.

500.000 Probanden
Doch ist das tatsächlich so? In der Innsbrucker Studie wurden die Daten von über 500.000 Probanden aus sechs europäischen Gruppen zusammengefasst und analysiert. Sie wurden im Schnitt 17 Jahre lang im Hinblick auf deren Lebensstil und auftretende Krebserkrankungen beobachtet.

Zusammenhang mit Darmkrebs bestätigt
In diesem Zeitraum kam es zu insgesamt 16.000 bekanntermaßen mit Übergewicht assoziierten Krebsfällen, wie etwa Darm-, Leber-, Nieren-, Pankreas- und Gallenblasenkrebs, Gebärmutter- und Eierstockkrebs sowie Brustkrebs. „Um mögliche kausale Zusammenhänge darstellen zu können, haben wir uns einer neuen Kennzahl bedient – dem so genannten Triglyzerid-Glukose-Index. Das ist ein spezieller Stoffwechsel-Marker“, erklären Ulmer und sein Co-Autor Josef Fritz.

Anhand der Studie können die Forscher zwei wesentliche Erkenntnisse vorweisen. „Zum einen können wir eine nachdrückliche Bestätigung für den krebsfördernden Einfluss von Übergewicht auf Leber-, Nieren- , Pankreas- und Dickdarmkrebs erbringen“, sagen sie.

Neu: Gegenbeweis bei Gebärmutterkrebs
Für eine große Überraschung sorgt hingegen die zweite Erkenntnis. „Gynäkologische Krebsarten werden zwar mit Übergewicht assoziiert, allerdings sind sie nicht mit dem von uns verwendeten Triglyzerid-Glukose-Index erklärbar. Das heißt, dass erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte in keinem kausalen Zusammenhang mit der Entstehung gynäkologischer Tumoren stehen“, stellen Ulmer und Fritz klar.

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