Do, 20. Juni 2019
19.05.2019 18:00

In mehreren Städten

Tausende demonstrieren für „ein Europa für alle“

Zehntausende Menschen sind am Sonntag in mehreren europäischen Städten auf die Straße gegangen, um eine Woche vor der Europawahl ein Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus zu setzen - viele auch in Österreich. Tausende Teilnehmer versammelten sich etwa am Wiener Christian-Broda-Platz in Mariahilf. Auch in Steyr und Feldkirch beteiligten sich Demonstranten am Aktionstag „Ein Europa für alle“.

Seit 14 Uhr trafen laufend Protestwillige am Christian-Broda-Platz ein, der Zustrom war groß, nicht zuletzt auch aufgrund der Ereignisse der vergangenen Tage, die zum Scheitern der türkis-blauen Regierung führten und mit dem Rücktritt Heinz-Christian Straches und Johann Gudenus endeten.

Tausende demonstrierten am Ballhausplatz
Hatten Tausende bereits am Samstag auf dem Ballhausplatz demonstriert, das Statement Straches, das unter anderem auch seinen Rücktritt beinhaltete, mitverfolgt und stundenlang auf dem Platz ausgeharrt, um Kanzler Sebastian Kurz‘ Statement zum Koalitions-Aus und zu Neuwahlen zu bejubeln, war auch am Sonntag der Protestwille ungebrochen.

Die Demonstrationsteilnehmer hielten Transparente und Plakate in die Höhe, gefordert wurde unter anderem „Gleiche Chancen. Gleiche Freiheit. Gleiche Rechte.“ Doch auch Banner und Schilder mit unmissverständlichen Botschaften an den nunmehrigen Ex-Vizekanzler waren zu sehen, zu hören die Forderung, dass sämtliche FPÖ-Minister zurücktreten. Die Forderung „Raus mit ihnen aus den Ministerien“ wurde mit lautstarkem Applaus quittiert.

„Notwendig, dass sich die Menschen zusammenschließen“
„Er
heben wir gemeinsam unsere Stimmen und gehen wählen“, wurde zudem dazu aufgerufen, am kommenden Sonntag bei der Europawahl teilzunehmen. Mehr denn je gehe es um „unsere Zukunft“, sagten die Veranstalter bei der Auftaktkundgebung. „Für uns zeigt sich, dass es notwendig ist, dass sich die Menschen zusammenschließen. Wir brauchen eine EU, die fit ist, um die drohende Klimakatastrophe abzuwenden“, betonte Maria Mayrhofer, Geschäftsführerin der Plattform Aufstehn.at, die die Demonstration in Wien organisierte. Es brauche ein solidarisches und ökologisches Europa, erklärte sie.

Der geplante Demozug führte über die Mariahilfer Straße zum Heldenplatz, wo schließlich die Abschlusskundgebung stattfindet. Auch in Feldkirch und Steyr waren Ansprachen geplant.

Demos auch in anderen europäischen Städten
An den Demonstrationen beteiligten sich eine ganze Reihe an europäischen Städten. 
In Köln demonstrierten 45.000 Menschen, in Berlin 20.000. In München gingen ebenfalls etwa 20.000 Menschen auf die Straße, in Frankfurt waren es rund 16.000, in Hamburg etwa 15.000, wie das Bündnis mitteilte. In Stuttgart wurden demnach gut 12.000 Demonstranten gezählt und in Leipzig 10.000.

In Polen gab es kleinere Kundgebungen unter dem Motto „Schicksal der Frauen, Stimme der Frauen“ in Städten wie Warschau, Krakau und Breslau. Die Organisation Akcja Demokracja wollte damit nach eigenen Angaben vor der Europawahl darauf aufmerksam machen, dass gemeinsame Werte wie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit in Polen und Europa bedroht seien. In Schweden gingen einige Hundert Menschen mit der Parole „Ett Europa För Alla“ auf die Straße. In Stockholm kamen bei trübem Wetter etwa 250 Teilnehmer zusammen, in Göteborg und Malmö jeweils rund 150, wie ein Sprecher der Organisatoren der Deutschen Presse-Agentur sagte. Aktionen gab es auch in Frankreich, Großbritannien und Bulgarien.

Bei der Europawahl vom 23. bis 26. Mai werden rechtspopulistischen und europafeindlichen Parteien starke Zugewinne vorausgesagt.

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