So, 19. Mai 2019
08.05.2019 14:37

Nach Spuck-Affäre:

„Auszeit-Klassen“ für Problemschüler gefordert

Weil ein Streit an einer Wiener HTL eskalierte und ein Lehrer seinem Schüler ins Gesicht spuckte, fordert Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) nun sogenannte Auszeit-Klassen. Das Ziel sei es, verhaltensauffällige Schüler auf Zeit „wegzusperren“, bis sie wieder integriert werden können.

Neu ist die Idee, die jetzt ins Spiel gebracht wird, nicht. Bereits vor fünf Jahren kam eine ähnliche Forderung von Lehrergewerkschafter Paul Kimberger, um Lehrpersonal besser vor Übergriffen zu schützen und problematische Schüler von Kameraden zu trennen. Nach der Spuck-Affäre an einer Wiener HTL - wie berichtet war ein Video aufgetaucht, in dem ein Lehrer einen Schüler anspuckt und von ihm gegen die Tafel gestoßen wird (siehe auch Video oben) - greift Faßmann den Vorstoß erneut auf.

Vorbild Schweiz
In den „Auszeit-Klassen“ nach Schweizer Vorbild - bei den Eidgenossen wird diese Form der Problemlösung bereits seit Längerem erfolgreich umgesetzt - sollen verhaltensauffällige Schüler und Schülerinnen „auf Zeit“ von ihren Mitschülern getrennt und gesondert unterrichtet werden. Bei unseren Nachbarn werden jene Klassen von einem Fachteam aus Lehrern und Sozialpädagogen betreut, ein zeitliches Limit für einen dortigen Aufenthalt gibt es aber nicht. Ziel ist es, Schülern, die schwere Lebenssituationen durchmachen und für Aufruhr sorgen, eine Auszeit zu bieten und auch intensive Gespräche mit Erziehungsberechtigten zu führen.

Kritik: Werden Probleme damit nur abgeschoben?
Ob das Konzept zielführend ist, bleibt fraglich. Denn Psychologen bemängeln, dass das Problem nur räumlich verlagert werde. Wichtiger seien gebündelte Maßnahmen im Schulbetrieb, um Beteiligte zu sensibilisieren, wie auf Gewalt reagiert werden muss. Fakt ist: In den speziellen Klassen treffen dann besonders viele Problemschüler aufeinander. Konkrete Pläne für Verbesserungen - wahrscheinlich in Form von Pilotprojekten - sollen demnächst vorgestellt werden.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

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