08.05.2019 08:00 |

Forscher alarmiert:

Heimische Reptilien stark vom Aussterben bedroht

Wann haben Sie zuletzt eine Schlange in freier Wildbahn gesehen? Wenn die Erinnerung nicht bis in die Kindheit zurückreicht, sind Sie für steirische Forscher von großem Interesse. Durch die Mithilfe der Bevölkerung sollen die Verbreitungsgebiete von gefährdeten Reptilienarten besser abgeschätzt werden.

Kreuzotter: gefährdet. Smaragdeidechse: stark gefährdet. Mauereidechse: stark gefährdet. Würfelnatter: stark gefährdet. Hornotter: vom Aussterben bedroht. Blindschleiche: Gefährdung droht.

Lebensraum kommt abhanden
Es ist nichts Gutes, was heimische Reptilienforscher dieser Tage zu berichten haben: „Schlange, Eidechse und Co. sind besonders stark vom Handeln des Menschen abhängig, da sie häufig den gleichen Lebensraum bewohnen“, weiß Biologe Oliver Gebhardt von der steirischen Naturschutzjugend.

Intensive Landwirtschaft als Ursache
Vor allem durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft geht den Tieren zusehends Lebensraum verloren, weshalb sich immer mehr Arten auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Österreichs finden. „Von der Hornotter beispielsweise gibt es in der Steiermark überhaupt nur noch ein letztes Vorkommen, und zwar in der Südsteiermark“, beobachtet Gebhardt die Entwicklung der letzten Jahre mit Sorge.

Sichtungen bitte unbedingt melden
Um besser über die Verbreitung der letzten verbliebenen Reptilien bescheid zu wissen um sie so auch gezielter schützen zu können, bitten heimische Naturschützer jetzt um die Mithilfe aus der Bevölkerung: Sichtungen können ab sofort auf der Meldeplattform www.naturbeobachtung.at deponiert werden.

Schlangenstreicheln in Spielfeld
Wer sich nicht sicher ist, um welche Art es sich bei dem erspähten Exemplar gehandelt hat, sollte am 25. Mai an der Reptilien-Exkursion mit Frank Weihmann vom Naturschutzbund in der Nähe von Spielfeld teilnehmen. Oder am Freitag (10. Mai) auf den Grazer Tummelplatz zu einer großen Infoveranstaltung kommen.

Details: office@naturschutzbundsteiermark.at oder unter 0 316/83 54 042.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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