So, 26. Mai 2019
06.05.2019 12:55

Double-Sieger

Salzburger als „Feierbiester“ zum Würstelstand

Nach dem 2:1 bei der Austria und dem sechsten Meistertitel en suite hat sich Fußball-Champion Salzburg in höchster Feierlaune gezeigt. In der Nacht von Sonntag auf Montag dürften die „Bullen“ ähnlich zielstrebig wie am Feld agiert haben. „Das sind Feierbiester genauso wie Mentalitätsmonster“, beschrieb Sportdirektor Christoph Freund die Lage nach geschafftem Double.

„Wir haben alles geschafft, jetzt können wir die Sau rauslassen“, sagte Tormann Cican Stankovic, der am Sonntag mit mehreren Paraden einen höheren Rückstand verhinderte und so die späte Trendwende durch Xaver Schlager (81.) und Hannes Wolf (86.) erst ermöglichte. „Bei uns spürt man einfach immer, dass noch etwas geht. Es ist kein Zufall, dass wir die meisten Tore in den letzten 15 Minuten geschossen haben“, erklärte Stankovic, einer der großen Gewinner der Saison und erstmals Meister als Einsertormann. „Es war vor allem am Anfang (in Salzburg) eine harte Zeit, der Weg war nicht vorgezeichnet. Das ist die Krönung meiner Karriere“, betonte der 26-jährige ÖFB-Teamspieler.

Freund, der sich Salzburgs Erfolge der vergangenen Jahre auch auf seine Fahnen heften darf, wurde quasi zum Party-Direktor. „Da lasse ich mir nichts zuschulden kommen, wir können auch feiern“, sagte der 41-Jährige, der sein Team zum Würstelstand im ersten Bezirk ausführte, bevor es im Bus Richtung Westen ging. Erfolgscoach Marco Rose plante nach dem Spiel bereits den Besuch einer Tankstelle fix ein, um sich mit seinem Lieblingsgetränk Gin-Tonic zu versorgen und hoffte auf eine Fortsetzung am Zielort: „Ich weiß nicht, wie das mit offenen Läden in Salzburg ist, aber ich gehe davon aus, dass der eine oder andere Spieler gute Kontakte in Salzburgs Unterwelt hat.“

Rose nützte die Gelegenheit aber auch, um kurz innezuhalten. „Ich bin auch sehr stolz auf unseren zweiten Zeugwart, der sich nach einer Krebsdiagnose durchgekämpft hat und jetzt wieder gesund ist. Das ist ein Moment, wo auch das ein bisschen hochkommt und abfällt.“ Wehmut komme bei ihm trotz des bevorstehenden Wechsels zu Borussia Mönchengladbach aber nicht auf. Ähnlich dürfte auch Schlager fühlen: „Das gehört zum Geschäft. Das ist kein Beinbruch, es kommt ja ein guter neuer Trainer“, meinte er im Hinblick auf Leipzigs bisherigen „Co“ Jesse Marsch gewohnt abgeklärt.

Rose versprach, in den restlichen drei Spielen gegen den LASK (heim), Sturm Graz (auswärts) und den WAC (h) ähnlich Gas zu geben wie beim Feiern. Schließlich kämpfen noch vier Teams um den begehrten Rang drei, der einen Fixplatz in der Europa League bringt. „Wir müssen die Saison anständig zu Ende spielen. Wir müssen der Liga gerecht werden, es gibt noch Entscheidungen, die anstehen. Da sollten wir uns allen Mitbewerbern gegenüber fair verhalten“, forderte Rose.

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