02.05.2019 07:00 |

Frau erlag Kopfschuss

Machtkampf in Venezuela fordert erste Todesopfer

Die chaotischen Massenproteste in Venezuela haben ihre ersten Todesopfer gefordert: Bei neuen Ausschreitungen in der Hauptstadt Caracas (siehe Video oben) erlitt eine 27-jährige Frau am Mittwoch einen Kopfschuss und erlag wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Weiters kam ein 24-jähriger Mann bei Randalen im Bundesstaat Aragua ums Leben. Der selbst ernannte Übergangspräsident Juan Guaido machte regierungstreue Kräfte für die beiden Todesfälle verantwortlich. Er rief seine Anhänger zum Durchhalten auf und will nun Staatschef Nicolas Maduro mit einem Generalstreik in die Knie zwingen.

Die venezolanische Beobachtungsstelle für soziale Konflikte sprach von einem „Mord“ an der 27-Jährigen in Caracas, der bei dem Protest in Caracas in den Kopf geschossen worden war. Die Nationalgarde setzte auch massenhaft Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Laut der Beobachtungsstelle wurden mindestens 27 Menschen verletzt, unter ihnen ein Journalist, der von einer Kugel getroffen worden war (siehe Video unten).

Guaido will mit Generalstreik Druck auf Maduro erhöhen
Und die Situation droht weiter zu eskalieren: Guaido will den Druck auf Präsident Maduro erhöhen. Er kündigte an, ab Donnerstag solle mit abgestuften Arbeitsniederlegungen begonnen werden. Dies solle zu einem Generalstreik ausgeweitet werden.

Bereits am Dienstag waren zahlreiche seiner Anhänger auf die Straße gegangen, eine Rebellion einiger Soldaten zur Unterstützung des Oppositionsführers scheiterte aber. Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften wurden Dutzende Menschen verletzt.

Guaido und Maduro liefern sich schon seit Monaten einen erbitterten Machtkampf in dem südamerikanischen Krisenstaat. Rund 50 Staaten, unter ihnen die USA und Deutschland, haben Guaido als Übergangspräsidenten anerkannt. Maduro kann auf die Unterstützung von Staaten wie Russland, China und Kuba zählen - und offenbar weitestgehend auf den Rückhalt der venezolanischen Armee, die ein wichtiger Machtfaktor ist.

USA auf militärische Intervention vorbereitet
Das US-Verteidigungsministerium hat nach Darstellung einer ranghohen Vertreterin bisher keinen konkreten Befehl für einen Militäreinsatz in Venezuela bekommen. „Selbstverständlich“ prüfe man aber immer verfügbare Optionen und plane für Eventualitäten, hieß es am Mittwoch. US-Außenminister Mike Pompeo hatte eine militärische US-Intervention in Venezuela als „möglich“ bezeichnet, wenn diese „erforderlich“ sei. Er fügte aber hinzu, seine Regierung hoffe, dass es eine friedliche Lösung geben könne.

Die Krise in Venezuela führt auch zu wachsenden Spannungen zwischen den USA und Russland. Pompeo und sein russischer Kollege Sergej Lawrow hätten in einem Telefonat am Mittwoch heftige gegenseitige Vorwürfe ausgetauscht, berichteten US-Medien. Demnach beschuldigten sie die jeweils andere Regierung, sich in unzulässiger Weise in den Konflikt einzumischen.

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