Fr, 19. April 2019
12.04.2019 16:00

Neue Messungen

Gletscher am Dachstein schwinden weiter

Die heimischen Gletscher gehen weiter drastisch zurück. So lautet das zwar erwartete, nichtsdestotrotz erschütternde Fazit des Gletscherberichts 2017/2018 des Alpenvereins. Auch am steirischen Dachstein gingen wieder mehrere Meter vom ewigen Eis verloren. Eine Trendumkehr ist laut den Experten nicht in Sicht.

Von insgesamt 93 beobachteten bzw. vermessenen österreichischen Gletschern befanden sich 89 im Rückzug, nur vier blieben praktisch gleich. Die Tatsache, dass der durchschnittliche Rückzugswert von 25,2 Meter im Jahr zuvor auf 17,2 Meter sank, ist trügerisch. Denn im Jahr 2017/18 gab es extreme Werte, relativiert Gerhard Lieb, Universität-Professor an der Uni Graz und neuer Leiter des Alpenvereins-Gletschermessdiensts. In Wahrheit handelt es sich um den sechststärksten Rückgang seit 1960.

Schneereicher Winter hilft
Dass der Verlust nicht noch dramatischer ausfiel, liegt am schneereichen Winter. Die Schneereserven schützten große Teile der Gletscher bis weit in den extrem warmen Sommer hinein vor dem Abschmelzen. „Man muss sich das vorstellen wie die Tücher bzw. Planen, die in den Gletscherskigebieten (auch am Dachstein, Anm.) ausgelegt werden“, erklärt Lieb.

Zweifelhafte Nummer 1
Die zweifelhafte Hitliste des stärksten Rückgangs führt das Viltragenkees mit 128 Meter an. Unmittelbar darauf folgt mit 86 Metern der Alpeinerferner nahe Innsbruck in den Stubaier Alpen vor dem Schlatenkees (67 Meter,Venedigergruppe, Osttirol). Die berühmte Pasterze in Kärnten kam mit 31,9 Metern diesmal relativ glimpflich davon.

Keine Trendumkehr
Am Dachstein gibt es vier Messstellen, im Schnitt betrug der Rückgang 7,8 Meter (in den Jahren davor: 10,5 bzw. 9,3 Meter). Gerade die „unübersehbaren Zerfallserscheinungen “ an der Mittelzunge des Hallstätter Gletschers zeigen, dass es keine Trendwende gibt.

Peter Freiberger
Peter Freiberger

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