Fr, 26. April 2019
09.04.2019 09:19

980.000 € Schulden

Überdrüber-Luxusrestaurant schlittert in Pleite

Von Model Jack Guinness bis Beauty Amber Le Bon, von David Alaba bis Hubertus von Hohenlohe: Als das Unternehmer-Ehepaar Loran Pejcinoski und Emilija Grankova im letzten Juli zur Neueröffnung des Edel-Restaurants LAV am Wiener Graben 30 luden, war der Star-Andrang riesig. Doch jetzt erheben neue Lokaleigentümer schwere Vorwürfe gegen die Ex-Geschäftsführer bzw. Ex-Gesellschafter. Die Rede ist von hohen Verlusten. 

Erst im Februar 2018 hatte das Unternehmerpaar die Firmenanteile von drei Voreigentümern übernommen. Rund 2,1 Millionen Euro sollen sie laut Aktenlage in das gemietete Lokal in bester Lage am Graben investiert haben. Gäste dürfen sich über mediterrane Küche mit japanischen Einflüssen freuen. 

983.000 Euro Schulden angehäuft
Doch wie jetzt bekannt wurde, hat die LAV Restaurantbetriebs GmbH nach nur zehn Monaten Insolvenz angemeldet. 983.000 Euro seien laut „Kurier“ an Verbindlichkeiten angehäuft worden, davon fallen angeblich 396.000 Euro auf Rückstände bei Lieferanten, 202.000 Euro auf unbezahlte Rechnungen an den Vermieter und 200.000 Euro seien bei Abgabenbehörden noch nicht bezahlt worden. 

„Auch Toplage und Promi-Faktor schützen offensichtlich nicht vor einer Insolvenz, wenn anscheinend die betriebswirtschaftliche Kontrolle nicht funktioniert“, sagt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform. Laut Insolvenzantrag habe sich Pejcinoski mit einem Ex-Gesellschafter und Geschäftsführer Ende 2018 überworfen. 

„Geschönter Umsatz“
Der Grund seien nicht nur sehr hohe Personalkosten, sondern auch „extrem geschönte veröffentlichte Umsätze 2017“, wird weiter berichtet. Dazu kommen angeblich erst kürzlich entdeckte „Einladungen und Eigenverbrauch“ in Höhe von 593.000 Euro. „Mitte März offenbarte sich die tatsächliche Lage des Betriebs, wonach der Umsatz nicht nur wesentlich geringer war, als beim Kauf der Gesellschaftsanteile ausgewiesen, sondern auch die Verbindlichkeiten wesentlich höher waren. Der Betrieb machte massive Verluste“, zitiert der „Kurier“ aus dem Insolvenzvertrag.

Die neuen Geschäftsführer sollen sich bei der Übernahme auf die Angaben der früheren Gesellschafter und offenbar auf den im Dezember 2018 abgelösten handelsrechtlichen Geschäftsführer verlassen haben. Das Lokal soll nun saniert und fortgeführt werden.

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