Di, 23. April 2019
01.04.2019 08:53

„Krone“ vor Ort

Raketen stoppen Tiermission im Gazastreifen

Wir hatten eine Mission: 40 verwahrloste und gequälte Zoo-Tiere von ihrem Elend zu befreien - sie über Grenzen hinweg vom Gazastreifen nach Jordanien in Tierschutzzentren zu bringen. Und Dr. Amir Khalil bei seiner bis dato größten Vier-Pfoten-Rettungsaktion zu unterstützen. Raketen stoppten die Aktion . Die „Krone“ war hautnah mit dabei.

Es begann alles in Hotelzimmer Nummer 310 in Amman in Jordanien. Dr. Amir Khalil versammelte das 22-köpfige Team (bestehend unter anderem aus Tierärzten, Wildtierprofis und Aktivisten) um sich. Voller Euphorie gab er Instruktionen zur bevorstehenden, heiklen Mission im Krisengebiet – und voller Tatendrang rückten alle bei Wind und Regen um 6 Uhr Früh aus. Es galt nur noch, Kontrollen an drei Grenzposten zu überstehen, um mit der Versorgung der Tiere im Gazastreifen starten zu können. Kurz vor dem israelischen Grenzposten sollten sich die Prioritäten jedoch mit einer Nachricht schlagartig ändern. Eine Rakete, abgefeuert im Gazastreifen, traf Israel „im Herzen“ – sieben Menschen wurden im Norden von Tel Aviv verletzt, Kinder, ein Baby.

In unseren Kleinbussen wurde es ruhig: volle Konzentration auf die Suche nach Details zur prekären Lage auf den Handys. Vergeltungsschläge? Eskalation? Solche Worte schwebten im Raum, Informationen dazu blieben aber spärlich. Selbst während des Wartens unter Militärbeobachtung an der israelischen Grenze gab es nicht viele Antworten. Erst nach 4 Stunden hieß es: „Stopp! Zurück nach Jordanien!“ Tagelang versuchte Khalil abzuwiegen, ob man die Aktion erneut in Angriff nehmen könnte. Aber keine Chance. Die Situation eskaliert immer mehr. Khalil: „Die Sicherheit meines Teams steht über allem. Ich bin froh, dass wir nicht in Gaza sind.“ Mission gestoppt. Jedenfalls vorerst: Denn Aufgeben war für den „Retter der Tiere“ nie eine Option.

Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung

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