Sie lenkte die Juwelier-Angestellten ab, er griff bei den Schmuckstücken zu - auf diese Weise suchten eine 37-Jährige und ihr Lebensgefährte drei Juweliere in Innsbruck, Salzburg und Wien heim und richteten fast 60.000 Euro Schaden an. Die Frau wurde am Dienstag am Landesgericht Innsbruck zu einer Haftstrafe verurteilt.
Gepflegt, drei Kinder, lange Zeit in der Immobilienfirma ihrer Eltern gut verdienend - eine Ganovin stellt man sich eigentlich anders vor, als jene Tschechin (37), die am Dienstag am Landesgericht angeklagt war.
Bereits ähnliche Coups
Doch schon das Vorleben der Frau ist getrübt: In Italien war sie in einen ähnlichen Coup verwickelt, in Frankreich saß sie sogar sechs Monate in Haft. Auch in Österreich versuchte sie mit ihrem Ex-Lebensgefährten mit Diebstählen bei Juwelieren ihr Glück - „in einer maßgeblichen Rolle“, spielte der Staatsanwalt auf die Ablenkungsfunktion der Frau an.
„Nein, sie handelte aus Furcht und Gehorsam gegenüber ihrem damaligen Freund“, sagte der Verteidiger. Tatsächlich gab die Angeklagte an, von ihrem „Ex“ fast täglich geschlagen worden zu sein. Am Auge zeuge noch heute eine Narbe davon. „Warum sind Sie dann nicht weggegangen von ihm?“, fragte die Richterin. „Weil er gedroht hat, mir das gemeinsame Kind wegzunehmen, er hätte mich überall gefunden“, antwortet die 37-Jährige.
„Nicht versichert“
Beim Innsbrucker Juwelier erbeutete das Duo ein Schmuckstück im Wert von 16.000 Euro. „Das war der Einkaufspreis, den ich trotz des Diebstahls an meinen Lieferanten zahlen musste. Denn eine Versicherung gegen Trickdiebstahl gibt es nicht“, schilderte der Juwelier im Zeugenstand.
Erschwerend war, dass der neuerliche schwere Diebstahl noch während der laufenden Probezeit des italienischen Urteils passierte. Die dreifache Mutter muss nun für ein Jahr und neun Monate in das Gefängnis. Nach kurzer Beratung mit ihrem Verteidiger erbat sie sich Bedenkzeit - nicht rechtskräftig.
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