26.03.2019 16:26 |

Geldregen

Prämien-Hammer für Österreichs Leichtathleten

Prämien-Hammer des österreichischen Leichtathletik-Verbandes! Unsere Leichtathletik-Stars können in Zukunft bei Olympia und WM unglaublich abcashen. Schon für die Sommerspiele in Tokio 2020 wurden für Gold 205.000 Euro, Silber 100.000 Euro und Bronze 50.000 Euro ausgelobt. Auch wenn es keine Medaille gibt, erhält der beste österreichische Leichtathlet fix eine Prämie von 17.500 Euro - also sogar noch mehr, als es vom ÖOC bisher für einen Olympiasieg gab (Goldphilharmoniker im Wert von 17.000 Euro). Cash gibt´s auch schon heuer bei der Leichtathletik-WM in Doha.

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Dieses wahrhaft sensationelle, in Österreich bisher einmalige Prämien-System stellte der ÖLV im „Haus des Sports“ durch Generalsekretär Helmut Baudis und Sportdirektor Gregor Högler im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Diese Summen sind ein Knüller. Für Olympia-Gold gibt es also zwölfmal (!) mehr, als das ÖOC bisher für einen Sieg zahlt. Auch bei der Leichtathletik-WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) werden vom ÖLV erstmals Prämien ausgelobt: für Gold 75.000 Euro, Silber 50.000 Euro und Bronze 25.000 Euro.

Prämien dank „Helvetia“ möglich
Mit Hilfe eines einzigen Sponsors, der Schweizer Versicherung „Helvetia“, ist es dem ÖLV gelungen, diese Rekordprämien auf die Beine zu stellen. So präsentierte „Helvetia“-Vorstandsmitglied Thomas Neusiedler dieses neue Modell gemeinsam mit dem ÖLV. Zugegen bei der Pressekonferenz auch die beiden österreichischen Top-Athleten, die derzeit am ehesten von diesen Prämien profitieren könnten: Ivona Dadic, Vize-Weltmeisterin 2017 im Hallen-Fünfkampf, und Lukas Weißhaidinger, EM-Dritter 2018 im Diskuswurf.

Dadic und Weißhaidinger heiß auf Medaillen
Beide sind schon Weltklasse und befinden sich immer noch im Aufstieg nach ganz oben. Geht Dadic einmal ein perfekter Mehrkampf in allen Disziplinen auf, ist bei ihr alles möglich. Weißhaidinger, der schon bei einem Superrekord von 68,98 m hält, könnte eines Tages mit einem 70-m-Wurf der ganz große Coup gelingen. Beide sind also große Medaillenhoffnungen für WM und Olympia. Sollte Österreichs Leichtathletik sogar zwei Olympiasieger stellen, würden diese jeweils 205.000 Euro bekommen. Auch im Falle von Silber und Bronze müssen die Prämien nicht geteilt werden. Freilich müssen die Athleten die Prämien noch versteuern.

Warum gerade eine Prämie von 205.000 Euro? Dies wählte Högler, der schon lange an einem solchen Prämien-System für die Athleten gearbeitet hat, bewusst. Bei den vergangenen Sommerspielen in Rio 2016 waren 205 Länder vertreten. Also gibt es jeweils 1000 Euro pro teilnehmende Nation. Neuer Ansporn für die ohnehin bis in die Zehenspitzen höchst motivierten Leichtathletik-Stars. Weißhaidinger: „Natürlich geben diese Prämien einen zusätzlichen Auftrieb im Training.“ Seit Montag ist übrigens fix, dass Luki einen Startplatz für den Auftakt der Diamond League in Doha am 3. Mai erhält.

Prämie auch ohne Medaillengewinn
Nicht zu vergessen: Der beste ÖLV-Athlet geht bei Olympia auf keinen Fall leer aus! Sollten hier zwei oder mehrere Leichtathleten oder Leichtathletinnen dieselbe Platzierung erreichen (egal ob Rang vier oder beispielsweise Platz 15), werden die ausgelobten 17.500 Euro allerdings aufgeteilt. Nochmals - allein dies ist eine höhere Summe, als das ÖOC bisher für Gold zahlte.

ÖOC begrüßt den Weg des ÖLV
Mit diesem Prämien-System betritt der ÖLV Neuland im österreichischen Sport, einen Weg, den ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel lobt: „Das ÖOC begrüßt jede Aktion, die unsere Top-Athleten unterstützt bzw. Anreize schafft. Bleibt zu hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht.“ Sportler von anderen Sommersportarten werden aber wohl neidisch auf die Leichtathleten schauen und ihre Fachverbände vermutlich drängen, ebenfalls Prämien auszuhandeln. Bei der „Helvetia“ aber brauchen andere Verbände nicht hausieren zu gehen. Die „Helvetia“ bestätigte, dass dieses Prämien-System exklusiv mit dem ÖLV vereinbart wurde.

Mit der Höhe seiner Prämien nimmt der ÖLV sogar weltweit einen Spitzenplatz ein. In einigen wenigen Ländern gibt es für einen Olympiasieg das Modell einer lebenslangen Rente. Bei der Auszahlung von einmaligen Prämien für Gold war wohl Aserbaidschan mit 452.000 Euro zuletzt Spitzenreiter, auch Italien zahlte fette Summen (für Gold 150.000 Euro sowie zusätzlich vier Jahre lang jährlich 30.000 Euro). Knapp über 100.000 Euro gibt es für einen Olympiasieg regelmäßig in Lettland, Litauen oder Bulgarien. Deutschland zahlte zuletzt 20.000 Euro für eine Goldmedaille. Auch bei unserem „großen Bruder“ werden die jetzt vom Leichtathletik-Verband präsentierten Prämien sicher heftig diskutiert werden!

Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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