23.03.2019 07:00 |

„Morgenstund“

Schiller: Mit leisen Tönen entspannt zum Erfolg

Seit mehr als 20 Jahren steht Schiller für rhythmische Elektrosounds mit fast schon sphärischen Melodien und Texten voller Poesie. Sieben Millionen Alben hat der Norddeutsche Christopher von Deylen nach eigenen Angaben mit dieser Musikmischung bereits verkauft. Nun bringt der 48-Jährige sein zehntes Studioalbum „Morgenstund“ heraus - erneut mit zahlreichen internationalen Künstlern.

Vor 20 Jahren noch war Schiller ein Musikprojekt - gemeinsam mit Mirko von Schlieffen. Mittlerweile ist Schiller nur noch der Musiker Christopher von Deylen. „Das Glockenspiel“ war der erste kommerzielle Erfolg von Schiller. Seitdem hat er seine Elektro-Pop-Welt immer wieder mit Musikern ganz unterschiedlicher Genres vermischt. So arbeitete er mit Peter Heppner, Mike Oldfield, Thomas D, Sarah Brightman, Lang Lang und vielen anderen zusammen. „Zeitlich begrenzte Liaisons“ nennt von Deylen das. Er könne nicht langfristig mit einer Band zusammenarbeiten. „Das ist mir viel zu viel Abstimmung, viel zu viel Diskutieren, viel zu viel von allem.“ Um als Schiller arbeiten zu können, brauche er enorm viel Freiheit - künstlerisch, musikalisch und im Leben ohnehin.

Leben aus Koffern
Denn von Deylen lässt sich nicht nur von seinen Kurzzeitpartnern inspirieren. Er lässt zudem seine Umwelt in die Lieder einfließen. Ob eine Reise auf dem Forschungsschiff „Polarstern“ zur Arktis oder wie für das aktuelle Album die Eindrücke aus der Zeit im Iran - außergewöhnliche Orte beeinflussen den Norddeutschen in seinem Schaffen. Seit Jahren schon lebt von Deylen deshalb nur noch aus zwei Koffern, hat kein festes Zuhause und reist spontan durch die Welt. Christopher von Deylen ist ein bisschen wie seine Musik. Zurückhaltend, aber auf den Punkt. Inspirierend und nach Freiheit strebend. So als hätte von Deylen sein Lebenskonzept längst seiner Musik angepasst.

Mit „Morgenstund“ hat von Deylen ein Album produziert, das den klassischen Schiller-Sound mitbringt und trotzdem neue Wege geht. Auf der Platte findet sich erstmals ein Gitarrensolo (von Scott McKeon), und es sind orientalische Einflüsse zu hören. Dafür hat von Deylen mit dem Santur-Meister Pouya Sarai zusammengearbeitet. Klänge des persischen Hackbretts finden sich in den Liedern „Das Goldene Tor“ und „Berlin Tehran“ wieder. Das Titellied „Morgenstund“ hat er zusammen mit Nena aufgenommen, die er als „wunderbare Traumwelten-Bürgerin“ beschreibt. Träumen, Sehnsucht, Romantik, Freiheit, Ankommen - die 16 Lieder, an denen auch Genesis-Legende Mike Rutherford und die britische Sängerin Rebecca Ferguson mitgewirkt haben, seien eine Hommage an das Leben, so von Deylen.

Keine kreative Beschlusslage
Ein Geheimrezept für die Mischungen habe er nicht, sagt der Mann, dessen Plattenfirma ihn als „Soundvisionär“ bezeichnet. Im Gegenteil: Er lasse sich dabei immer wieder neu auf die Lieder ein. Oft sei ihm am Anfang noch unklar, in welche Richtung der nächste Song gehen wird. „Dem künstlerischen Ergebnis liegt keine kreative Beschlusslage zugrunde“, sagt er dazu. Vielmehr sei er jedes Mal wieder beim Komponieren ein Newcomer. Deshalb ähnelten sich seine Lieder natürlich auch. „Die musikalische DNA entspricht ja eins zu eins meiner eigenen DNA. Deswegen gibt es Elemente und gewisse Stilmittel, die mir dann wieder passieren und die dem entsprechen, was Schiller ausmacht.“

Konkret benennen kann der gebürtige Niedersachse seinen Musikstil nicht. Das sollten besser andere tun. Dem Online-Musikmagazin „laut.de“ zufolge zeichnet Vielseitigkeit und Aufgeschlossenheit gegenüber verschiedensten Genres den Christopher-von-Deylen-Style besonders aus. Schiller-Songs erinnerten oft an „mit Pastellfarben aufgetragene Klanggemälde in Cinemascope“. Das ist ein Bild, das von Deylen gefallen dürfte. Er selbst wählt nämlich ähnliche Worte, wenn er sich doch auf eine Beschreibung seiner Musik einlässt: „Ich würde sagen, dass es Filmmusik für den eigenen Film im Kopf ist.“

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
„Es tut sehr weh“
Ronaldo über „schwierigstes“ Jahr seines Lebens
Fußball International
Stopp im Elferschießen
Zu spät, zu laut, zu hell! Amt beendet Pokalspiel
Fußball International
Hier im Video
So frenetisch wurde Ribery in Florenz empfangen
Fußball International
Krankheitsvorbeugung?
Exotisches Superfood nicht überschätzen!
Gesund & Fit
Bundesliga kritisiert
Brügge darf Wochenendspiel verschieben, LASK nicht
Fußball International
Auf Jankos Spuren
Nächster Österreicher wechselt nach Australien!
Fußball International
Irina verzaubert Fans
Sexy Freestylerin zieht während Trick Bluse aus
Fußball International

Newsletter