02.03.2010 11:28 |

Ranking-Umfrage

Vertrauen in Polizei größer als in Ehe - Politik ganz unten

Während das Vertrauen in Politik und Wirtschaft unter der Finanzkrise leidet, genießen Institutionen wie Polizei, Justiz, Öffentlicher Dienst, aber auch der Umweltschutz großes Vertrauen bei den Österreichern. Dies belegt eine Studie des Magazin Reader's Digest, derzufolge das Vertrauen in die Gesetzeshüter sogar höher ist als das in die Institution der Ehe.

Zwar musste die Ehe Vertrauenseinbußen verkraften, bleibt aber ein sicherer Hafen in Österreich: Der Vertrauenswert der offiziell besiegelten Zweisamkeit bewegt sich mit 73 Prozent im europäischem Spitzenfeld, so die aktuelle Studie. Reader's Digest ermittelte die vertrauenswürdigsten Institutionen und Marken in 16 europäischen Ländern. In Österreich wurden 900 Personen befragt.

78 Prozent der Befragten haben der Polizei 2010 ihr Vertrauen ausgesprochen - dies sind sogar zwei Prozentpunkte mehr als im Jahr 2003, als die Studie erstmals in Österreich durchgeführt wurde. Die Kirche verzeichnete in diesem Zeitraum einen moderaten Rückgang ihres Vertrauenswerts von 40 Prozent auf 37 Prozent.

Banken und Internet wird mehr vertraut als EU und Regierung
Das Vertrauen der Österreicher in ihre Bundesregierung und die Europäische Union ist hingegen über die Jahre deutlich zurückgegangen. 2003 kam die EU noch auf einen Vertrauenswert von 43 Prozent, heute sind es 29 Prozent. Ähnlich die Entwicklung bei der Bundesregierung: Ihr Vertrauenswert beläuft sich 2010 auf 21 Prozent gegenüber 30 Prozent im Jahr 2003. Selbst das Internet, dessen Inhalte bekanntlich nur bedingt verlässlich sind, genießt mit einem Wert von 34 Prozent mehr Vertrauen. Auch die Banken können sich mit 36 Prozent besser in der Vertrauensrangliste platzieren.

Mit Vertrauenswerten von zwölf Prozent bzw. sieben Prozent landen Werbung und Politik einmal mehr auf den beiden letzten Plätzen. Die österreichische Presse wiederum kann sich entgegen des sonstigen Trends in Europa über etwas mehr Vertrauen der Österreicher freuen als vor sieben Jahren: Der Prozentsatz der Befragten, die den Printmedien ein "sehr hohes" bzw. "ziemlich hohes" Vertrauen aussprachen, erhöhte sich leicht von 41 Prozent auf 42 Prozent. Fernsehen und Radio verloren bei der Umfrage allerdings und erreichten 2010 einen Wert von 53 Prozent - 13 Prozentpunkte weniger als vor sieben Jahren. Verglichen mit ihren europäischen Kollegen kamen die österreichischen Fernseh- und Radiomacher jedoch immer noch glimpflich davon. Im Schnitt weist die in 16 europäischen Ländern durchgeführte Studie für Fernsehen und Radio einen Vertrauensrückgang von 62 Prozent auf 25 Prozent aus.

Vertrauen bei Umweltschutz EU-weiter Spitzenwert
Interessant ist auch ein Blick auf den Rang jener Institutionen in der Liste, deren Vertrauenswert noch nicht so lange erhoben wird. Das Thema Umweltschutz steht bei den Österreichern weit oben auf der Agenda: 65 Prozent bringen Umweltschützern Vertrauen entgegen - das ist ein europäischer Spitzenwert in der 16 Länder umfassenden Studie. Auch der Öffentliche Dienst erzielt in Österreich einen europaweiten Spitzenwert, nämlich 50 Prozent. Der EU-Durchschnitt für das Vertrauen in den Öffentlichen Dienst liegt bei 33 Prozent.

Das Ranking im Detail

  1. Polizei 78%
  2. Ehe 73%
  3. Umweltschutz 65%
  4. Rechtssystem 59%
  5. Fernsehen und Radio 53%
  6. Öffentlicher Dienst 50%
  7. Presse 42%
  8. Kirche 37%
  9. Banken 36%
  10. Internet 34%
  11. Internationale Unternehmen 34%
  12. Gewerkschaften 33%
  13. Europäische Union 29%
  14. Bundesregierung 21%
  15. Werbung 12%
  16. Politik allgemein 7%
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