16.02.2019 12:46 |

In USA beschuldigt

Vatikan-Rechtler auf Liste von Missbrauchstätern

Im Skandal um sexuellen Missbrauch in der Kirche ist ein weiterer Verdachtsfall aufgetreten: Joseph Punderson (70), leitender Mitarbeiter am höchsten Vatikangericht, steht auf einer Liste seiner früheren Diözese Trenton mit rund 200 „glaubhaft beschuldigten“ Missbrauchstätern aus dem US-Staat New Jersey. Unterdessen wurde der frühere Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, wegen „sexuellen Fehlverhaltens“ aus dem Priesteramt entlassen, wie der Heilige Stuhl am Samstag mitteilte.

Auf der Liste, die die Diözese Trenton laut Kathpress am Mittwoch veröffentlichte, wird Punderson als „aus dem Dienst entfernt“ gelistet. Über mögliche Sanktionen oder weitere Verwendung ist nichts ausgeführt. Die zur Last gelegten Taten lägen teils Jahrzehnte zurück, hieß es. Die meisten Priester auf der Liste seien inzwischen gestorben.

Früherer Erzbischof wegen „sexuellem Fehlverhalten“ entlassen
Unterdessen hat Papst Franziskus den früheren Erzbischof von Washington, Theodore McCarrick, aus dem Priesteramt entlassen. Der 88-Jährige sei in einer Untersuchung der Glaubenskongregation des Vatikan des sexuellen Fehlverhaltens mit Minderjährigen und Erwachsenen schuldig befunden worden, hieß es am Samstag in einer Mitteilung des Heiligen Stuhls. Erschwerend komme der Umstand des Machtmissbrauchs hinzu.

Im Juli 2018 hatte der Papst bereits den Rücktritt von McCarrick akzeptiert. Diesem wurde in seiner Heimat vorgeworfen, Minderjährige und Priesteranwärter sexuell belästigt zu haben. McCarrick musste auch den Kardinalstitel abgeben. In dem Skandal war auch Franziskus unter Kritik geraten. Der konservative Erzbischof Carlo Maria Vigano warf dem Pontifex vor, die Vorwürfe gegen McCarrick lange ignoriert und Sanktionen gegen diesen gar rückgängig gemacht zu haben.

Internationaler Gipfel zum Thema Missbrauch
Ab Donnerstag findet im Vatikan ein internationaler Gipfel zum Thema Missbrauch statt. Zu dem viertägigen Treffen in Rom hat Papst Franziskus die Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen, die Leiter der unierten Ostkirchen sowie zahlreiche männliche und weibliche Ordensobere eingeladen. Teilnehmen werden außerdem die Leiter aller Vatikan-Behörden sowie Missbrauchsopfer aus allen Erdteilen.

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