Fr, 22. März 2019
15.02.2019 20:35

Selbstkritischer Star

Hirscher: „2. Platz heißt aber auch 1. Verlierer!“

Es sollte nicht sein, auf der Salz-Piste von Aare hat Topfavorit Marcel Hirscher bei den Ski-Weltmeisterschaften in Aare im Riesentorlauf Henrik Kristoffersen den Vortritt lassen müssen! Aufgrund der Erkrankung im Vorfeld seines ersten Bewerbes sprach der Salzburger von einem „gewaltigen“ Ergebnis, mit dem er zufrieden sein müsse, auch wenn sich die große Freude noch nicht ganz einstellte. „In Anbetracht der Umstände ist das heute gewaltig. Ich muss sehr zufrieden sein - zweiter Platz heißt aber auch erster Verlierer und hilft mir nicht weiter. Natürlich hätte ich gerne meinen Titel verteidigt“, sagte Hirscher nach dem Rennen.

Zu Kristoffersen meinte er: „Er hat das mit Bravour gemeistert. Gratulation an Henrik, er ist ein verdienter Weltmeister. Er hat das Gerät heute zweimal gnadenlos runtergedrückt“, sagte der 29-Jährige im Zielraum. Seine eigene Medaille sei sehr viel wert, eine weitere im Medaillen-Koffer. Auf die Erkrankung wollte er sich nicht ausreden. „Natürlich war es nicht lustig in den letzten zwei Tagen, aber da haben wir schon Schlimmeres durchgemacht.“ Sicher sei so eine Vollbelastung nicht super, er hoffe, er könne am Sonntag im Slalom wieder voll angreifen. „Das Wichtigste ist, dass ich nach so einem Tag wie heute keinen Rückfall bekomme. Und die Tendenz weiter so verläuft.“

Der Salzburger stieß mit seiner nun zehnten Medaille zum Kreis jener Rennläufer vor, die zehn oder mehr WM-Medaillen gewonnen haben. Kjetil Andre Aamodt (12) liegt vor Marc Girardelli (11) und Lasse Kjus (11) sowie Benjamin Raich (10), mit dem Hirscher nun gleichzog. Bei Hirscher und Raich sind Team-Medaillen dabei, zu Zeiten der anderen gab es diesen Bewerb noch nicht. Mit sieben Gold-Medaillen weiterhin voran ist Toni Sailer.

Hirscher, vierfacher Welt-Alpinskisportler des Jahres und fünffacher Sportler des Jahres in Österreich, ist auf dem besten Weg zu seinem achten Gesamtweltcup-Sieg in Folge. Dem zweifachen Olympiasieger von Pyeongchang fehlen mit 68 Siegen im Weltcup noch 18 auf Ingemar Stenmark. Der Schwede sagte zuletzt als Gast bei der WM in Aare, dass er gegen Hirscher keine Chancen gehabt hätte. „Er ist so stark. Er hat alles, die Physis, er ist stark im Kopf.“ Vor allem die Fähigkeit, sich nach nicht so guten Ergebnissen wiederaufzurichten, imponiere dem früheren Slalom- und Riesentorlauf-Spezialisten. Wie lange Hirscher noch weiterfährt, ist offen. Sein Leben hat sich im vergangenen Jahr stark verändert. Im Juni heiratete er seine Langzeitfreundin Laura, Anfang Oktober wurden sie Eltern eines Buben.

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