Fr, 22. Februar 2019
09.02.2019 08:00

Tiroler AMS-Chef Kern:

„Wer zumutbare Jobs ablehnt, wird sanktioniert“

Die Arbeitslosigkeit in Tirol sinkt weiter, wenn auch nicht mehr so stark. Damit von der guten Wirtschaftslage alle Bevölkerungsschichten profitieren, setzt das Arbeitsmarktservice Tirol Maßnahmen. In den Bezirken spürt man den Aufwind überall stark, auch wenn Landeck und Lienz nach wie vor negativ herausstechen.

„Die Arbeitslosenquote lag 2018 bei 4,9 Prozent, so niedrig war sie das letzte Mal im Jahr 2000“, zieht Anton Kern, Geschäftsführer des AMS Tirol, positive Bilanz. Sieht man sich die Arbeitslosenquoten der Bezirke an, liegen Lienz und Landeck mit 7,2 und 7,6 Prozent an hinterster Stelle. Osttirol verzeichnet jedoch im Vergleich zum Vorjahr mit 18,2 Prozent den größten Rückgang und holt auf.

Im Bezirk Landeck sind saisonale Effekte für die verhältnismäßig hohe Arbeitslosenquote verantwortlich. Besonders erfreulich ist, dass sich die Hochkonjunktur auf alle Bevölkerungsgruppen positiv auswirkt.

Spezielle Beratungen
„Die rückläufige Zahl von Langzeitarbeitslosen zeigt, dass sich derzeit besonders für schwer vermittelbare Arbeitssuchende Chancen ergeben“, erklärt Sabine Platzer-Werlberger, stellvertretende Chefin des AMS. Der Vermittlungserfolg von Menschen mit Handicap und gesundheitlicher Einschränkung wird 2019 forciert.

Spezialisierte Berater und finanzielle Einstellungsbeihilfen sollen dieses Vorhaben unter anderem zum Ziel führen. Weiterhin setzt man auch auf Prävention durch Berufsinformation. Im Schnitt waren im Vorjahr 17.512 Menschen ohne Arbeit, insgesamt wurden 76.456 Personen arbeitslos. 68.135 sind wieder ins Arbeitsleben eingestiegen.

Dynamischer Jobmarkt
Diese Zahlen unterstreichen die Dynamik am Tiroler Arbeitsmarkt. Der ist von saisonalen Abläufen geprägt. 46,4 Prozent der Arbeitslosen sind in Saisonbranchen wie Bau und Tourismus tätig. Davon hat der Großteil aber bereits eine fixe Einstellungszusage für den nächsten Saisonbeginn.

„Die bausaisonale Arbeitslosigkeit darf maximal drei Monate nicht überschreiten. Werden zumutbare Stellen nicht angenommen, reagieren wir mit finanziellen Sanktionen“, betont Kern. Denn durch den hohen Fachkräftebedarf müsse man Angebot und Nachfrage so schnell wie möglich zusammen führen.

Lea Singer, Kronen Zeitung

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