17.02.2010 12:12 |

Ende der Apartheid

Clint Eastwood setzt Mandela ein Denkmal: "Invictus"

Eine reale Begebenheit, wie gemacht für einen großen Hollywood-Film: Das südafrikanische Rugby-Team schlägt 1995 im Finale der Weltmeisterschaft im eigenen Land die haushohen Favoriten aus Neuseeland. Und Nelson Mandela, der erste schwarze Präsident des Landes, schafft es mit viel Energie, diesen Erfolg als historischen Moment für die neue Einheit des Landes zu instrumentalisieren. Clint Eastwood hat sich der märchenhaften Geschichte angenommen - und Mandela mit "Invictus" ein Denkmal gesetzt.

Morgan Freeman ist in die Rolle des legendären Freiheitskämpfers geschlüpft, der trotz jahrzehntelanger Inhaftierung das Ende der Apartheid forcierte und die Überwindung des Hasses zwischen der schwarzen Mehrheit und der weißen Minderheit im Land predigte. Dass er sich dabei so manches Mal ungewöhnlicher Zugänge bediente und etwa auch auf die völkerverbindende Macht des Sports setzte, zeigt Eastwood ohne jeglichen inszenatorischen Schnickschnack, aber dafür mit viel Heldenpathos und einigen rührseligen Momenten.

Dreißig Jahre lang waren alle südafrikanischen Sportler von internationalen Turnieren und Wettbewerben ausgeschlossen gewesen - wegen des Apartheid-Regimes. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde dem Turnier in Johannesburg große Bedeutung beigemessen. Doch Rugby, eine der härtesten Mannschaftssportarten der Welt, galt bis dahin als weiße Sportart, das Springbok-Wappen des Teams war bei den Schwarzen als Symbol der Apartheid verhasst. Ein einziger schwarzer Spieler im Team war definitiv zu wenig als Identifikationssymbol für 42 Millionen Menschen.

Doch Mandela - heute 91 Jahre alt - holte damals den Captain der Mannschaft, Francois Piennar, (gespielt von Matt Damon) zu sich, erläuterte ihm seine Vision, machte ihn zu seinem Verbündeten. Er ließ das Team durch die Townships des Landes reisen, vermittelte öffentlich seine Wertschätzung für die "Springboks", tauchte überraschend bei Trainings der Mannschaft auf und erschien schließlich beim Finale gegen die neuseeländischen "All Blacks" (sic!) sogar im Nationaltrikot. Eine Geste der Verbundenheit für die Geschichtsbücher.

Freeman und Damon für Oscars nominiert
Morgan Freeman macht seine Sache als Mandela ausgesprochen gut, hat die Sprache und den Gang des Präsidenten präzise studiert, wächst richtiggehend in die Figur hinein. Immer wieder hatte er betont, wie gerne er Mandela spielen würde - und nun ist er für seine Darstellung Oscar-nominiert. Ebenso wie Matt Damon, der sich muskelbepackt und mit hartem südafrikanischen Akzent von der Großherzigkeit Mandelas inspirieren lässt. Und ebenso wie Eastwood für seinen Film, der vielleicht auch für die kommende Fußball-WM im Juni ein Vorbild sein könnte.

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