Serienweise Coups

Grazer Bankräuber kommt für weitere 6 Überfälle infrage

Steiermark
12.02.2010 12:28
Jener Bankräuber, der am 2. Februar eine Raiffeisenbank in Graz überfallen hat (Bild), kommt laut Polizei auch für sechs weitere ähnliche Taten in vier Bundesländern seit Juni 2007 infrage. Demnach soll der immer noch flüchtige Mann, der stets unmaskiert und auffallend locker aufgetreten war, zwei Kreditinstitute in Innsbruck und je eines in Salzburg, Klagenfurt, Schwechat sowie Graz überfallen haben.

Die Auswertung der Bilder aus den Überwachungskameras der verschiedenen Banken habe ergeben, dass es sich bei dem Räuber um ein und denselben Täter handeln könnte, so der Tiroler Kriminalist Albert Maurer. "Natürlich hat er sich im Laufe der Jahre leicht verändert", so Maurer, aber die Vorgangsweise sei bei allen Delikten gleich gewesen.

Hang zum Telefonieren
Kurt Rautz vom Landeskriminalamt Kärnten: "Der Mann stellt sich in der Reihe an und wartet, bis er drankommt. Auffällig an ihm ist auch, dass er keine Waffe verwendet." Man sah ihn zwar schon mit einer Pistole; die zückt er aber - so scheint es - nur im Notfall. Außerdem hat der Mann einen Hang zum Telefonieren. Rautz: "Er ist auf mehreren Fahndungsfotos mit dem Handy am Ohr abgebildet. Das könnte natürlich gestellt sein; aber es wirkt so, als ob er tatsächlich mit jemandem reden würde." Zudem sei der Täter immer unmaskiert gewesen, lediglich in Graz trug er der kalten Jahreszeit angepasst eine Haube, die aber das Gesicht nicht verdeckte.

Fall wurde schon bei "Aktenzeichen XY" präsentiert
Eine Besonderheit in dem Fall sei, dass das regionale Veröffentlichen der Fahndungsfotos zwar Hinweise gebracht habe, die aber zu keinem Ergebnis führten, ebenso wie eine Präsentation des Falles in der TV-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst". Dies lasse den möglichen Schluss zu, dass der Räuber sich nicht ständig im Bundesgebiet aufhalte, so Kriminalist Maurer. Dass er wenige Worte Englisch gesprochen habe, könnte Ablenkung gewesen sein. Es sei so gut wie sicher, dass Englisch nicht seine Muttersprache ist. Ein neuer Ermittlungsansatz sei nun, die Fahndungsfotos an die Polizei-Kollegen in anderen europäischen Ländern weiterzuleiten.

Begonnen hatte die mutmaßliche Raubtour des Verdächtigen am 21. Juni 2007 in einer Sparkassen-Filiale in Innsbruck-Wilten, dann folgte am 13. März 2008 eine Bank Austria in Salzburg, am 29. April desselben Jahres eine Kärntner Sparkasse in Klagenfurt-Welzenegg, am 26. Juni eine Zweigstelle der Tiroler Sparkasse in der Innsbrucker Anichstraße. Dann war ein Jahr Pause, bis der Kriminelle am 20. Juli 2009 die Oberbank in Schwechat ins Visier nahm und etwa ein dreiviertel Jahr später eben die Grazer Raiffeisenbank-Filiale.

Beschrieben wurde der Mann als etwa 1,85 Meter groß mit kurzen schwarzen Haaren - mittlerweile leicht ergraut - im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. Bei den Überfällen hatte er immer betont lockere, bunte Kleidung getragen.

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