20.01.2019 14:25 |

Bilanz für Tirol

Mindestsicherung: 63 % der Bezieher sind Ausländer

Die Zahl der Mindestsicherungsbezieher in Tirol steigt! Mit Stand Oktober 2018 waren es 9371 und somit um 11 Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor. Zurückzuführen ist dieses Plus vor allem auf die positiv abgeschlossenen Asylverfahren. Erstmals erhalten mehr Asylberechtigte diese finanzielle Hilfe als Österreicher. Generell liegt der Ausländer-Anteil bei rund 63 Prozent.

Einfach ausgedrückt haben jene Personen Anspruch auf Mindestsicherung, die sich in einer Notlage befinden, denen eine solche droht oder die eine Notsituation überwunden haben und zur Sicherung des Lebensunterhaltes und der Wohnkosten Hilfe benötigen. Beantragen können diese Unterstützung in erster Linie Österreicher - aber auch EWR- bzw. EU-Bürger, anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte sowie Personen, die hier „aufenthaltsverfestigt“ sind (Aufenthalt von mindestens 5 Jahren, kein Rechtsanspruch auf Bezug).

Um 11 % mehr Bezieher als noch im Jahr 2016
Die aktuellsten Zahlen zur Mindestsicherung in Tirol gehen aus einer Anfragebeantwortung von Sozial-LR Gabriele Fischer (Grüne) hervor. Folgend die interessantesten Details:

  • Mit Stand Ende Oktober gab es hierzulande insgesamt 9371 Mindestsicherungsbezieher. 2016 waren es zur selben Zeit 8458. Das entspricht einem deutlichen Plus von 11 Prozent.
  • Die Kluft zwischen den Geschlechtern wird größer. 2018 waren 5007 Mindestsicherungsbezieher weiblich und 4364 männlich. Der Frauenanteil beträgt somit 53,4 Prozent - eine Zunahme von 1,6 Prozent im Vergleich zum Jahr 2016.
  • Die meisten Bezieher von Mindestsicherung gibt es in Innsbruck-Stadt (4407), gefolgt von den Bezirken Innsbruck-Land (2277), Kufstein (1091), Schwaz (666), Imst (271), Lienz (210), Kitzbühel (190), Reutte (141) und Landeck (118).

Mehr Asylberechtigte als Österreicher

  • 63 Prozent der Mindestsicherungsbezieher sind Ausländer! Mit 3777 stellen die Asylberechtigten erstmals in Tirol die Mehrheit (40,3 %). Der Hauptgrund dafür sind die zuletzt zahlreich abgeschlossenen Asylverfahren. Erst an zweiter Stelle reihen sich die Österreicher ein (3470 bzw. 37 %). Vor zwei Jahren war dies noch umgekehrt. Damals lag der Österreicher-Anteil noch bei 47,7 und jener der Asylberechtigten bei 25,6 Prozent.
  • Weitere Bezieher nach Aufenthaltsstatus für das Jahr 2018): Drittstaatsangehörige ohne Asylstatus (788 Personen), subsidiär Schutzberechtigte (632), andere EU-Bürger (616), humanitärer Aufenthalt (88).

Syrer klare Nummer 1 vor Afghanen und Somaliern

  • Die Liste der Länder, aus denen die Mindestsicherungsbezieher stammen, ist lang und umfasst zumindest 83 Staaten. Zumindest deshalb, weil in der Tabelle 148 Personen aufgelistet sind, die als „staatenlos“ gelten und 187, deren genaue Herkunft noch unbekannt ist. Die mit Abstand größte Gruppe von ausländischen Beziehern stellen die Syrer mit 2080 an der Zahl. Unter den Top drei sind zudem die Afghanen (608) und Somalier (552). Es folgen weiters Irak (357), Russland (353) und die Türkei (316). Die Zahl der deutschen Bezieher liegt bei 190.
Hubert Rauth
Hubert Rauth
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