Do, 17. Jänner 2019

Radmer wieder frei:

13.01.2019 17:46

Nach acht Tagen endlich aus Schneechaos befreit

Acht endlos lange Tage und Nächte waren die Bewohner von Radmer (Bezirk Leoben) im Schneechaos gefangen, alle Zufahrtsstraßen waren wegen Lawinengefahr gesperrt. Sonntagvormittag um 10 Uhr war es endlich soweit, ab diesem Zeitpunkt gab es wieder freie Fahrt in die Außenwelt. Die bange Frage: Aber wie lange?

„Sieben, acht Meter Schnee insgesamt in einem Winter sind bei uns der Schnitt, wir hatten auch schon Jahre mit zwölf Metern“, wusste Radmers Bürgermeister Ludwig Gottsbacher beim gestrigen Lokalaugenschein der „Krone“ zu berichten. „Aber die viereinhalb Meter seit Jahresbeginn sind schon ungewöhnlich viel.“ Das hat aber trotzdem nichts damit zu tun, dass der Ort die vergangenen acht Tage von der Umwelt abgeschnitten war. Die Gefahr von Lawinenabgängen auf die Landesstraße war einfach zu groß!

Sonntag, 10 Uhr, dann das große Durchatmen, die Sperre wurde aufgehoben. Vorerst. Denn die Wetterprognosen (wärmere Temperaturen, Nassschnee-Lawinen drohen) verheißen wieder nichts Gutes. „Aber wir sind schon öfter abgeschnitten gewesen“, nimmt es der Ortschef relativ gelassen. „Und schon 2008 beim großen Murenabgang sind wir zusammen gewachsen. Das zeigt sich jetzt wieder: Jeder hilft jedem, jeder ist für den anderen da“, ist der Polizist, dessen Handy in der letzten Woche praktisch im Minutentakt läutete, stolz auf seine Bevölkerung.

Was waren die Hauptprobleme während der Sperre? „Die Lebensmittelknappheit und der fehlende Treibstoff.“ Dank Flügen konnten beide Probleme mittlerweile gelöst werden – „wichtig war, dass Handys und Fernseher funktioniert haben. Denn Strom hatten wir immer!“ Und nicht nur Gütertransporte mussten organisiert werden: Es gab einen Todesfall zu beklagen, auch eine Schwerverletzte und zwei Urlauber mussten ausgeflogen werden.

Über die aktuelle Lage informiert der 59-Jährige seine Gemeindebürger ständig und höchstpersönlich: „Mittels Facebook und SMS-Alarmierungssystem.“ Und eines liegt dem umtriebigen Motorradfahrer und Gleitschirmflieger noch am Herzen: „Ich möchte mich bei den Einsatzkräften wie Bergrettung, Feuerwehr, Bundesheer, der Lawinenkommission und den Gemeinden Eisenerz und Admont für die großartige Unterstützung bedanken.“

Ein Lawinenabgang auf dem Präbichl
Horror-Meldung gestern Vormittag vom Präbichl: Lawinenabgang nördlich der Grübl-Bergstation, Spuren von Tourengehern wurden gemeldet. 40 Mann der Bergrettung und zwei Such-Hunde waren im Einsatz. Entwarnung nach zwei Stunden: keine Verschütteten.

Michael Jakl
Michael Jakl

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Steiermark
Aktuelle Schlagzeilen
Transfer im Sommer
Jetzt ist es fix! Munas Dabbur wechselt zu Sevilla
Fußball National
Vom Leser inspiriert
Rezept der Woche: Ameisenkuchen mit Eierlikör
Lieblingsrezept
Entscheidung getroffen
Ski statt Snowboard: Ledecka startet in Aare
Wintersport
Lokalbesuch mit Folgen
Streit um Foto: Strache zerrte Fußi vor Gericht
Österreich
„Klärung des Motivs“
Babyleiche im Gebüsch: Vaterschaftstest liegt vor
Niederösterreich
Steiermark Wetter
-0° / 7°
wolkig
0° / 8°
wolkig
-0° / 8°
stark bewölkt
-1° / 7°
wolkig
-3° / 3°
heiter

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.