Familie hilft enorm

Hirscher: „Nach 30 Minuten ist Ärger verflogen“

Wintersport
12.01.2019 06:53
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

18 erste Plätze in zwölf Monaten, im Gesamtweltcup schon wieder 345 Punkte Vorsprung auf Henrik Kristoffersen. Und jetzt warten mit Riesentorlauf und Slalom in Adelboden die nächsten Sieg-Chancen auf Marcel Hirscher. Doch was so einfach aussieht, ist jedes Mal wieder ein riesiger Kraftakt für den Salzburger.

Ein Blick in den Kopf von Marcel Hirscher. Unmittelbar vor dem Start. Die ganze Ski-Welt erwartet die nächsten Wunderdinge des rot-weiß-roten Sport-Helden, den nächsten Sieg. „Wenn du vor dem Wettkampf mit dem Rücken zur Wand stehst, dann ist das richtig ungut. Ein schlechtes Gefühl, ein erdrückendes Gefühl“, lässt der Champion tief in sein Inneres blicken.

„Aber dann kommt die Befreiung! Du legst deine ganze Energie in den Wettkampf hinein. Alles läuft fast wie in Zeitlupe ab“, sagt der Doppel-Olympiasieger und siebenfache Gesamtweltcup-Gewinner. Hirscher ist bekanntlich kein Trainings-Weltmeister, ein echtes „Renntier“, kratzt im Wettkampf die allerletzten Reserven zusammen. Riskiert voll, hält dieses Risiko aber dank Skitechnik, Routine und Fitness in überschaubaren Grenzen. „Oft denk ich mir bei der Hälfte, dass ich kotzen muss. Aber ich zieh es durch.“ Und wenn es dann - wie so oft - am Ende auch noch mit dem Sieg klappt?

„Das Siegerlebnis ist dann der doppelt unterstrichene römische Einser“, meint der Gewinner von 65 Weltcup-Rennen lächelnd. Auch im Riesentorlauf heute (10.30/13.30 Uhr, live im krone.at-Ticker) in Adelboden ist Hirscher in der Rolle des Favoriten. Die nimmt er natürlich problemlos an, er ist es ja gewohnt.

„Es gibt Wichtigeres!“
Der Hunger nach Siegen ist auch als Jung-Vater gleich geblieben. Aber eine Sache hat sich doch deutlich verändert: das Umgehen mit Rückschlägen. Einfädler wie jene in Madonna oder Oslo ärgern Hirscher. „Aber nach 30 Minuten ist mein Ärger verflogen.“ Denn der 29-Jährige weiß spätestens seit der Geburt seines Sohnes, dass es Wichtigeres als Skirennen gibt.

Alex Hofstetter/Adelboden, Kronen Zeitung

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