Im Dauereinsatz:

Mit Schaufeln und Sägen gegen die Schneemassen

Brusttief im Schnee stehend, mit Motorsägen bewaffnet - acht Männer der FF Ulrichsberg zerschnitten innerhalb von sechs Stunden 55 Bäume, um den Weg nach Schöneben frei zu machen. Sie stehen für jene tausende Feuerwehrleute, die seit Montag in circa 2000 Einsätzen mit Schaufeln und Sägen gegen den Schnee kämpfen.

„Die Bezirksförsterei hat alle Bäume angezeichnet, die wegen dem Schneedruck gefällt werden mussten. Meine Kameraden haben dann losgelegt“, erzählt Lukas Schauberger, Kommandant der Ulrichsberger Feuerwehr von dem Sägemarathon, der nötig war, um die Zufahrt ins Langlaufparadies Schöneben wieder frei zu bekommen: Die Mühlviertler Muskelmänner zerschnitten in sechs Stunden 55 Baumstämme.

Seit Samstag im Einsatz
Von einem derartig kurzen, wenn auch schweißtreibenden Einsatz, träumen hingegen die Feuerwehrkameraden von St. Leonhard bei Freistadt. FF-Kommandant Michael Diesenreiter: „Wir sind seit Samstag durchgehend draußen. 40 Männer und Frauen versuchen, die Straßen rund um unsere Gemeinde wieder freizubekommen.“ Erst am Donnerstagabend war St. Leonhard wieder erreichbar.

Aus Sicherheitsgründen gesperrt
In Rosenau am Hengstpass schaufeln Feuerwehrleute und zwei Kompanien des Bundesheers Seite an Seite. Am Donnerstag war, wie berichtet, das Flachdach einer Halle der Firma Rohol eingestürzt. Nur eine Stunde zuvor waren zehn Mitarbeiter, die sich genau in diesem Bereich aufgehalten hatten nachhause gegangen. Bürgermeister Peter Auerbach zur „Krone“: „Ich habe den Betrieb aus Sicherheitsgründen behördlich sperren lassen. Auch die Landesstraße, die daran vorbei führt, ist jetzt gesperrt.“ Auerbach war selbst mit Essen auf Rädern am ebenfalls völlig zugeschneiten Wurbauerkogel unterwegs, um Gemeindebürger zu versorgen.

Die Unternehmer haben nicht immer Verständnis
Auch interessant: Die Unternehmer reagieren ganz unterschiedlich wenn Mitarbeiter frei brauchen, um als Feuerwehrleute zu helfen, sagt Auerbach. „Manche Firmen gegeben sogar bezahlten Urlaub, andere bleiben stur, lassen die Mitarbeiter gar nicht weg.“

Mühlviertler verkauft auf „willhaben.at“ Schnee
Kurios: Ein Mühlviertler bot auf der Internetplattform willhaben.at „feinen, fluffigen Schnee“ um einen Kubikmeterpreis von 50 Cent an. Auch in Seewalchen wohnt ein Spaßvogel, der 10 Kubikmeter Schnee um 10 Euro verscherbelte.

Ch. Gantner, P. Zimmermann/ Kronen Zeitung

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