Edelmetall-Prognose

Bis 20 Medaillen für ÖOC realistisch ++ Plus Abstimmung

Sport
06.02.2010 10:15
Je nach vorsichtiger oder optimistischer Einschätzung holt Österreichs 81-köpfiges Olympia-Aufgebot bei den Winterspielen in Vancouver zehn bis zwanzig Mal Edelmetall. Zwei Dinge scheinen jetzt schon klar zu sein: Die Rekordbilanz von Turin mit 23 Medaillen wird trotz des neuen Ski-Cross-Bewerbes nicht erreichbar sein und den Großteil der Gewinner wird der ÖSV stellen.

Vor vier Jahren bei den Skandal- und Rekordspielen in Turin hatte der ÖSV für 22 der 23 Medaillen gesorgt, nachdem in Österreich Biathlon zum Skiverband zu zählen ist. 14 Medaillen schafften damals alleine die Alpinskifahrer. Eine Allzeit-Bestmarke, die aufgrund der momentanen Schwäche im Speed-Sektor wohl auch nach Vancouver noch Bestand haben wird.

In der Infobox kannst du abstimmen, wie viele Medaillen die Österreicher deiner Meinung nach holen werden!

Die Medaillen-Prognosen:

SKI ALPIN (6-8):
Herren (4-5): Die Goldtipps bei den Alpin-Herren sind im Slalom-Lager zu finden, der vierfache Saisontriumphator Reinfried Herbst, Olympiasieger Benjamin Raich, Marcel Hirscher und Weltmeister Manfred Pranger werden um den Sieg mitfahren. Im Riesentorlauf sind Raich und Hirscher Medaillenanwärter, in der Super-Kombi ruhen die Hoffnungen wohl auf Raich, Romed Baumann könnte überraschen. Nicht nach Wunsch verlaufen sind im Weltcup die Speed-Bewerbe für den ÖSV; wenn Michael Walchhofer rechtzeitig fit wird, ist mit ihm in Abfahrt und Super-G aber ebenso zu rechnen wie mit Mario Scheiber. Wem der Berg am besten liegt, werden die Trainingsläufe weisen.

Damen (2-3): Auch bei den ÖSV-Damen sollte es am ehesten in den technischen Disziplinen klappen. Kathrin Zettel ist in der Super-Kombi und im Riesentorlauf ebenso gut für eine Medaille wie im Slalom, in dem Österreich mit Marlies Schild sogar die Topfavoritin stellt. Im Super-G ist für Elisabeth Görgl, Andrea Fischbacher und Anna Fenninger von einer Medaille bis zu einer Pleite alles drin. Erstmals seit langem kein Edelmetall darf man sich nach den Rücktritten von Dorfmeister, Meissnitzer und Götschl in der Abfahrt erwarten.

FREESTYLE (1-2):
Ski Cross (1-2): Der Tiroler Weltmeister Andreas Matt zählt nach einem Sieg und einem zweiten Platz in den letzten zwei Weltcup-Bewerben vor den Winterspielen zu den Mitfavoriten auf den Olympiasieg, Patrick Koller und Thomas Zangerl haben Außenseiterchancen. Wenn Vizeweltmeisterin Karin Huttary den Finaleinzug schafft, ist ihr alles zuzutrauen. Das gilt beim Kampf Mann gegen Mann und Frau gegen Frau übrigens für alle Crosser.

Buckelpiste (0): Margarita Marbler hat auch diesen Winter mit Rang drei in Calgary einen Weltcup-Podestplatz erreicht und ist im Gegensatz zu Turin gesund. Die Kärntnerin vertraut aber einem Programm mit Sicherheitssprüngen, während die Konkurrenz bei Großwettkämpfen meist alles riskiert. Eine Medaille wäre daher eine Riesenüberraschung.

SNOWBOARD (1-2):
Nachdem im Lager der ÖSV-Crosser der Verletzungsteufel gewütet hat und bei den Herren der zurückgetretene Weltcup-Gesamtsieger Hansjörg Unterrainer (Kreuzbandriss) fehlt, Weltmeister Markus Schairer mit gebrochenen Rippen antreten muss und keine der drei ÖSV-Damen im Weltcup eine Top-8-Platzierung geschafft hat, liegen die Hoffnungen vor allem bei den alpinen Herren. Slalom-Weltmeister Benjamin Karl und Andreas Prommegger zählen im PGS zu den Favoriten, während Sigi Grabner eine lange Verletzungspause hinter sich hat. Auch eine aus dem Damen-Quartett Doris Günther, Claudia Riegler, Marion Kreiner und Ina Meschik hat im Parallelbewerb  otenzial für das große Finale. Verbandsziel sind zwei Medaillen, die nicht aus Bronze sind. Das scheint möglich.

SKI NORDISCH (4):
Langlauf (0): Katerina Smutna ist die einzige Vertreterin im ÖOC Langlauf-Team, erstmals seit Jahrzehnten ist kein einziger Mann im Aufgebot. Für Smutna ist im Klassik-Sprint ein Top-Ten-Rang möglich.

Nordische Kombination (1): Für die Olympiasieger-Mannschaft von 2006 wird es trotz Rückkehr von Doppel-Olympiasieger Felix Gottwald schwer werden, eine Medaille zu holen. Der Weltcup-Gesamt-Zweite Gottwald und mit Abstrichen Mario Stecher dürfen aber mit Edelmetall in einem der zwei Einzelbewerbe spekulieren, eine Medaille ist neuerlich auch im Teambewerb erreichbar.

Skispringen (3): Auch hier tritt mit Thomas Morgenstern ein Doppel-Olympiasieger an. Aufgrund der aktuellen Dominanz sind die ÖSV-Adler im Teambewerb eigentlich eine Bank auf Edelmetall, wenn nicht auf Gold. Einen Gregor Schlierenzauer ohne Einzelmedaille kann man sich nicht vorstellen, auch Tourneesieger Andreas Kofler, Wolfgang Loitzl und Morgenstern sind Medaillen zuzutrauen.

BIATHLON (1-2):
Die Vize-Weltmeister haben im Staffelbewerb eine gute Chance auf Edelmetall. Massenstart-Weltmeister Dominik Landertinger, sein "Vize" Christoph Sumann, Simon Eder und Daniel Mesotitsch haben mit Weltcup-Podestplätzen ihre Anwartschaft auch für die vier Einzelrennen angemeldet.

RODELN (0-1):
Andreas und Wolfgang Linger, die Olympiasieger von Turin im Doppelsitzer, haben im schnellen Eiskanal die beste Medaillenchance des neunköpfigen Aufgebots.

SKELETON (0):
Acht Jahre nach Silber von Martin Rettl ist Matthias Guggenberger der einzige Vertreter des ÖOC-Teams. Er peilt einen Top-Ten-Platz an, eine Medaille scheint noch außer Reichweite.

BOB (0-1):
Mit einem dritten und vierten Platz in den USA hatte Wolfgang Stampfer jeweils im Vierer zu Saisonbeginn in den USA aufhorchen lassen. Danach kam eine Bandscheibenoperation, die ihn zurückgeworfen hat. Im anspruchsvollen Eiskanal könnte der erfahrene Pilot sein bisher bestes Olympia-Ergebnis (7. 2002 im Zweier) toppen, eine Medaille ist nur im Optimalfall möglich.

EISKUNSTLAUF (0):
Ziel für den Vorarlberger Victor Pfeifer muss die Verbesserung des 22. Platzes von Turin 2006 sein. Die 15-jährige Debütantin Miriam Ziegler darf Erfahrung sammeln.

EISSCHNELLLAUF (0):
Die Plätze 16 (über 3.000 m) und 12 (über 5.000 m) bei den Winterspielen vor vier Jahren werden für Anna Rokita heuer nur schwer zu erreichen sein, in Vancouver hat sie Startplätze über 1.500 m und 3.000 m.

SHORT TRACK (0):
Erstmals ist Österreich in den Kurzbahn-Bewerben der Eisschnellläufer dabei, Veronika Windisch hat Startplätze über 1.000 und 1.500 m erobert. Auch wenn die Steirerin seit einem halben Jahr in Kanada lebt, wird sie keine Wunder vollbringen können.

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