05.01.2019 06:00 |

Mahrer will Reformen

„Es muss noch dickere Scheiben der Salami geben“

Vorbei die Weihnachtsidylle, in der Wirtschaftspolitik geht es jetzt ans „Eingemachte“. Ehe die Regierung kommende Woche auf ihrer Klausur Beschlüsse fasst, legt Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer im Interview mit dem stellvertretenden Chefredakteur der „Krone“, Georg Wailand, die Linie fest: Sowohl bei der geplanten Steuerreform wie auch beim Bürokratieabbau müsste es noch „dickere Scheiben von der Salami“ geben. Sprich: Bei der Körperschaftsteuer müsste es eine Absenkung von derzeit 25 auf zumindest 19 Prozent geben, und bei der Entlastungsoffensive in der Bürokratie müsse man „mit dem Kärcher“ reinfahren, um endlich was weiterzubringen.

Stolz ist Mahrer hingegen auf die Job-Offensive: „2018 wurden in Österreich 70.000 neue Jobs geschaffen, das ist eine Sensationsleistung aller betroffenen Betriebe, höchste Zeit, einmal dafür Danke zu sagen, was ich hiermit tue!“ Auch für 2019 zeigt er sich optimistisch: „Trotz schwächeren Wirtschaftswachstums rechnen wir mit 50.000 neuen Jobs, auch das Arbeitsmarktservice zeigt sich reformorientiert.“

Fachkräfte dringend gesucht
Fachkräfte werden dringend gesucht, daher schlägt Mahrer im Rahmen der Arbeitsgruppe „Reform der Rot-Weiß-Rot-Card“ vor, bei den Zuwanderern speziell auf die Qualifikation zu achten: „Wir sollen die nehmen, die wir wollen und brauchen, und nicht irgendjemanden. Wir sollen dabei auf die Leistungswilligen setzen.“ Hilfreich seien auch die neue Mangelberufsliste und die Erweiterung bei der Lehre um neue Bereiche sowie um die Digital- und Sozialkompetenz. „Zusätzlich sollte es auch Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter in Klein- und Mittelbetrieben geben: Die Zeit bleibt nicht stehen, es braucht ständig neues Wissen.“

Milliardenschwere Steuerreform angekündigt
Bei der von der Regierung angekündigten Steuerreform werde es um viele Milliarden gehen. Bei der Körperschaftsteuer müsse „ein Einser vorn stehen“, Nachbarländer wie Ungarn hätten 10,8 Prozent, Slowenien und Tschechien 19 Prozent, die Slowakei 21 Prozent. Selbst in Skandinavien seien die Unternehmenssteuern niedriger als bei uns. Mahrer: „In Finnland liegt der Tarif bei 20 Prozent, in Schweden und Dänemark bei 22 Prozent. Da geht es nicht um Geschenke für Unternehmer, sondern Österreich soll attraktiv für Betriebsansiedlungen auch von ausländischen Firmen sein, das bringt viele Tausende Jobs!“

Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung wäre auch eine Anhebung der Abschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter. Mahrer: „Die sollte von 400 Euro - ein Wert, der seit 1983 unverändert blieb - auf 1500 erhöht werden!“

Georg Wailand, Kronen Zeitung

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