Do, 24. Jänner 2019

Lawinengefahr

03.01.2019 07:30

„Das Problem sind Neuschneemassen und Wind“

Der Winter ist endlich eingetroffen und bringt, laut Wetterdienst UBIMET, bis zu den Heiligen Drei Königen enorme Neuschneemengen mit.  Nicht nur: Durch die massive Schneeverfrachtung steigt auch die Lawinengefahr an. Die „Krone“ sprach mit dem Landesleiter der Bergrettung Christoph Preimesberger

Krone: Wodurch wird die derzeitige Lawinengefahr ausgelöst?
Preimesberger: Das Problem sind die Neuschneemassen der vergangen Tage und der Wind, der am Berg 100 Stundenkilometer und mehr erreichen kann. Dadurch kommt es zu Schneeverfrachtungen. Das Problem sind störanfällige Triebschneeablagerungen, die schon durch leichte Zusatzbelastung ein Schneebrett auslösen können.

Krone: Wie groß ist die Gefahr? 
Preimesberger:Derzeit haben wir Lawinenwarnstufe 3, durch eine geringe Zusatzbelastung kann eine Lawine ausgelöst werden. Ich rechne damit, dass die Lawinenwarnstufe in den nächsten Tagen noch auf 4 ansteigen wird. Durch weiteren Schneefall, stürmischen Wind und tiefe Temperaturen bleibt die Lawinengefahr angespannt.

Krone: Würden Sie derzeit von Skitouren generell abraten?
Preimesberger: Skitouren sind zur Zeit nur eingeschränkt möglich. Wichtige Voraussetzung, wenn man jetzt eine Skitour unternimmt, ist vor allem eine gute Kenntnis des Gebietes, in dem man unterwegs ist. Über 2000 Meter sind Skitouren nicht empfehlenswert, so lange diese Witterung anhält.

Krone: Sie planen also selbst wahrscheinlich in den nächsten Tagen auch keine Tour?
Preimesberger: Bei diesen Witterungsverhältnissen machen Skitourenohnehin keinen Spaß.

Krone: Besteht auch Gefahr für Skifahrer auf den Pisten?
Preimesberger: Auf den gesicherten Pisten sind die Liftbetreiber der jeweiligen Regionfür die Sicherheit der Skifahrer zuständig. Im Gefahrenfall müssen sie eine Piste auch einmal absperren.

Krone: Ist die Bergrettung durch die Wetterlage in besonderer Bereitschaft?
Preimesberger: Grundsätzlich sind wir immer rund um die Uhr, 24 Stunden lang, in Bereitschaft. Aber in der Ferienzeit, wenn viele Sportler unterwegs sein könnten, und bei dieser Wetterlage sind wir besonders alarmiert.

Krone: Kann man jetzt schon sagen, wie lange die Lawinengefahr anhalten wird?
Preimesberger: Ich gehe davon aus, dass es bis übers Wochenende anhält, dann ist es von den Temperaturen abhängig: Je kälter, desto größer ist die Lawinengefahr.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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