23.12.2018 15:25 |

Augenzeugen geschockt

Panik vor Tsunami: „Lauft! Das Wasser steigt!“

Es sind Szenen, die an die bisher schlimmste Tsunami-Katastrophe mit 230.000 Toten erinnern: Wie 2004 schwappte eine Flutwelle in Indonesien über Urlaubsstrände und riss Touristen und Einheimische mit sich. Wie vor 14 Jahren geschah das Drama um die Weihnachtszeit - und wie damals hatte es keine Warnung gegeben. „Wir sind einfach nur noch gerannt“, schildern geschockte Augenzeugen die Momente, als es geheißen hatte: „Lauft! Das Wasser steigt!“

„Ich musste rennen, als die Welle etwa 15 bis 20 Meter über den Strand hinwegschwappte“, schrieb der Norweger Oysein Lund Andersen auf seinem Facebook-Profil. Der Vulkan-Enthusiast sei am Strand gewesen, weil er den Ausbruch des Anak Krakatau filmen habe wollen, der die todbringende Flutwelle ausgelöst haben dürfte. Er sei mit seiner Familie auf einen Hügel gelangt und dort in Sicherheit gewesen. „Zum Glück unverletzt“, so Andersen. „Ich habe also meinen ersten Tsunami gesehen - und hoffentlich meinen letzten.“

„Ich habe vor Angst geweint. Ich hatte Angst, dass ich sterben würde“
Der 16-jährige Azki Kurniawan schilderte der Nachrichtenagentur AP, wie Menschen in die Hotellobby gerannt seien und gerufen hätten: „Das Wasser steigt!“ Dies habe ihn verwirrt, schließlich habe er kein Erdbeben gespürt - trotzdem sei er zum Parkplatz gerannt, wo sein Motorrad gestanden sei.

„Plötzlich hat mich eine einen Meter hohe Welle getroffen. Ich bin hingefallen, das Wasser hat mich von meinem Motorrad weggespült und gegen einen Zaun geschleudert. Das war etwa 30 Meter vom Strand entfernt.“ Er habe sich so lange festgehalten, wie er konnte. Das Wasser habe ihn ins Meer ziehen wollen. „Ich habe vor Angst geweint. Ich hatte Angst, dass ich sterben würde.“

Einige Orte noch nicht erreicht, Menschen sollen sich von Küste fernhalten
Die Flutwellen brachen über die Küstenregionen an der Straße von Sunda zwischen den Inseln Sumatra und Java herein. Mehr als 1100 Menschen sind tot oder verletzt. Die Opferzahl könnte noch steigen, weil einige betroffene Orten noch nicht erreicht worden sind. Viele Menschen gelten noch als vermisst.

Katastrophenschutzsprecher Sutopo Purwo Nugroho empfahl den Menschen, sich weiterhin von der Küste fernzuhalten, da die Möglichkeit weiterer Eruptionen und somit eines weiteren Tsunamis bestehe.

Keine Hinweise auf Opfer aus Österreich
Noch weiß man nichts von ausländischen Opfern. Zwar ist die Gegend gerade um diese Zeit bei Urlaubern sehr beliebt, die meisten der Touristen sind aber selbst Indonesier. Derzeit liegen auch keine Hinweise auf betroffene Österreicher vor. Das Außenministerium in Wien richtete dennoch einen Krisenstab ein. Die Botschaft in Jakarta stehe in Kontakt mit den indonesischen Behörden, wie es am Sonntag hieß. „Wir beobachten die Lage weiterhin aufmerksam. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Familien und Freunden der Opfer", twitterte Außenministerin Karin Kneissl.

Nach dem Erdbeben und Tsunami auf Sulawesi im vergangenen September hatte die österreichische Bundesregierung eine Million Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds zur Linderung der humanitären Notsituation zur Verfügung gestellt. Das Außenministerium kündigte am Sonntag auch Hilfe für die Opfer der nunmehrigen Katastrophe an.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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