14.12.2018 12:15 |

37,5 Millionen Euro

AMS muss kräftig sparen - das Land springt ein

Land Steiermark und AMS wollen 2019 mit gezielten Förderungen die geschrumpften finanziellen Mittel ausgleichen: Besonders für ältere Arbeitslose, Menschen mit Behinderung und Frauen mit geringer Qualifikation sollen knapp 37,5 Millionen Euro fließen. Das steirische AMS muss 2019 mit 23 Millionen Euro weniger auskommen und spart deswegen beispielsweise bei Schulungen und Zuschüssen.

Soziallandesrätin Doris Kampus (SPÖ) meinte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Graz, dass trotz der sinkenden Arbeitslosenzahlen und des Konjunkturhochs immer noch rund 40.000 Menschen in der Steiermark ohne Job sind. 23 Prozent von ihnen sind gering qualifiziert. Daher wurden spezielle Zielgruppen für die Förderungen des kommenden Jahres gemeinsam mit dem AMS festgelegt.

„Ich will mir nicht ausmalen, was danach kommt“
Eine Gruppe sind Arbeitslose mit einem Alter über 50 und schlechter Qualifikation: „Ich bedauere immer noch, dass die Aktion 20.000 ausläuft. Ich will mir nicht ausmalen, was danach kommt“, meinte Kampus. Daher sollen im kommenden Jahr knapp 18,3 Millionen Euro - rund 6 Millionen Euro kommen aus dem Landesbudget - für sogenannte Transitarbeitsplätze im Bereich „Gemeinnützige Beschäftigung“ fließen und etwa 1900 temporäre Jobs schaffen. Dadurch können diese Menschen leichter wieder am ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen.

Behinderte werden unterstützt
Seitens des Landes werden 2,8 Millionen Euro in die Förderung von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt investiert. Zudem werden bestehende Möglichkeiten wie etwa betriebliche Förderungen priorisiert. Dritter Schwerpunkt 2019 sind laut Kampus Frauen mit ungünstiger Jobperspektive. Knapp 10 Millionen Euro aus dem Landesbudget fließen in die Ausbildung von Frauen - zum Beispiel ins ZAM, dem Zentrum für Ausbildungsmanagement. Außerdem wird 2019 das Projekt „Working poor für gering qualifizierte Frauen“ starten.

Budget sinkt deutlich
Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe rechnete vor, dass das Budget des AMS Steiermark 2019 von 176,7 Millionen Euro auf 142,4 Millionen Euro sinkt. Da die „Aktion 20.000“ Mitte 2019 ausläuft, umfasse die Netto-Reduktion ihm zufolge etwa 23 Millionen Euro: „Die Budgetreduktion ist vertretbar, aber weil das von einem auf das andere Jahr so hoch ausfällt, ist es eine organisatorische Herausforderung.“

Kleinere steirische Projekte könnten daher nicht mehr unterstützt werden: Die Zuschüsse für das „Zapo im Park“ am Hasnerplatz oder auch die Unterstützung für die Schuldnerberatung werden nicht mehr vom AMS gefördert. Letztere Mittel wird künftig das Land Steiermark übernehmen, sagte Kampus.

Drei bfi-Standorte müssen schließen
Rund 4 Millionen Euro an Einsparungen muss das AMS auch bei Schulungen wie etwa der überbetrieblichen Lehre vorgeben. Treffen wird es hauptsächlich das bfi, da dieses der größte Bezieher von AMS-Förderungen ist. In der Steiermark dürften daher nach Informationen von Snobe drei kleinere bfi-Standorte schließen: Gleisdorf, Mureck und Gröbming.

In Fohnsdorf wird Gürtel enger geschnallt
Er betonte aber, dass es bei allen benachbarte Standorte gibt, auf die die Menschen ausweichen können. Den Gürtel enger schnallen muss etwa auch das Schulungszentrum Fohnsdorf - es bekommt 2019 rund 400.000 Euro weniger zur Verfügung und wird daher weniger Teilnehmer aufnehmen können. Snobe zufolge dürften in der Steiermark rund 50 Vollzeitäquivalente bei den Trainern der unterschiedlichen Einrichtungen einzusparen sein.

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