Fr, 18. Jänner 2019

Berufungs-Prozess

12.12.2018 15:00

Mildere Strafe für Todeslenker

Ein 35-jähriger Deutscher, der unter Alkohol- und Drogeneinfluss am 15. September 2017 auf der B311 bei Lofer einen tödlichen Unfall verursacht hat, ist am Mittwoch am Landesgericht Salzburg vor einem Berufungssenat des Oberlandesgericht Linz gestanden. Der Senat hat die im Mai verhängte unbedingte Haftstrafe von einem Jahr in ein Jahr teilbedingt, davon neun Monate auf Bewährung, abgemildert.

Der Angeklagte hatte damals mit seinem Audi Q7 trotz Sperrlinie ein Auto überholt. Er blieb danach noch auf der Gegenfahrbahn und prallte schließlich gegen den Fiat Punto einer 50-Jährigen Pinzgauerin. Sie erlag ihren schweren Verletzungen. Der Unfall-Lenker aus Bayern hatte 0,83 Promille Alkohol im Blut. Er hat am Abend des Tages vor dem Crash auch Cannabis konsumiert.

Der Deutsche wurde am 24. Mai 2018 bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg wegen grob fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen. Die unbedingte Haftstrafe soll eine abschreckende Wirkung auf Verkehrsteilnehmer haben, sagte die Richterin. Verteidiger Kurt Jelinek brachte Rechtsmittel ein.

Der Strafberufung des Verteidigers wurde von dem - aus drei Richtern bestehenden - Berufungssenat Folge gegeben. Die Haftstrafe von einem Jahr unbedingt wurde in eine teilbedingte Haftstrafe umgewandelt. Die neun Monate auf Bewährung wurden unter Bestimmung einer Probezeit von drei Jahren ausgesprochen. Drei Monate wurden unbedingt verhängt. Der Strafrahmen bei grob fahrlässiger Tötung beträgt bis zu drei Jahren Haft.

Das Erstgericht ging von einem Tatsachengeständnis des Angeklagten aus, der Berufungssenat wertete dieses heute aber als reumütiges Geständnis. Mildernd sei auch, dass der Mann Schmerzensgeldzahlungen an die Angehörigen der Verstorbenen geleistet hat. Er habe zudem seit Anfang des Jahres 2018 eine verkehrspsychologische Therapie absolviert. Deshalb erachte man einen unbedingten Strafanteil von drei Monaten als ausreichend. Erschwerend sei, dass der Lenker grob fahrlässig gehandelt habe, indem er in einem durch Alkohol oder Drogen beeinträchtigten Zustand in einer unübersichtlichen Kurve und „beinahe bei Dunkelheit“ ein Fahrzeug überholt und die durchgehende Sperrlinie missachtet habe. Von einer Reduktion des Strafmaßes sei aber aus generalpräventiven Erwägungen abgesehen worden, erläuterte der Senatsvorsitzende.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Bei Hoffenheim
Sieg! Eiskalte Bayern starten die Dortmund-Jagd
Fußball International
Trotz Wiederwahl
Knalleffekt! Lustenau-Boss Nagel tritt zurück
Fußball International
Wettbieten um ÖFB-Star
Neuer China-Klub bietet 40 Millionen für „Arnie“
Fußball International
Transfer perfekt
Kainz zu Köln-Deal: „Freue mich auf neues Kapitel“
Fußball International
Sturm nur Remis
Salzburg startet mit Tor-Gala in Testspielserie
Fußball National
Neue Kampagne
Rapid-Gegner Inter reagiert auf Affenlaute
Fußball International
Geheime Details
Mourinho zu Klub-Boss: „Zahle und rede nicht“
Fußball International
Levante-Beschwerde
Protest abgelehnt! Barcelona bleibt im Cup-Bewerb
Fußball International
Keine Versteigerungen
Post verkauft unzustellbare Pakete an Mitarbeiter
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.