Mi, 23. Jänner 2019

Blutzucker beachten!

14.12.2018 06:00

Die Adventzeit trotz Diabetes genießen

Diabetes ist eine dynamische Krankheit, die Werte können sich je nach Situation verändern. Darauf müssen Betroffene unbedingt vorbereitet sein.

Glühwein, Kekse, gemütliche Couchabende versus Vorweihnachtsstress, Packerlchaos und Last-Minut-Termine - das macht schon Menschen ohne Grunderkrankung zu schaffen. Diabetiker sollten jetzt besonders auf sich achten. Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Medizinische Abteilung mit Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien erklärt, welche Faktoren maßgeblich für den Zuckerstoffwechsel sind: "Großen Einfluss haben die Nahrungsmenge, die Nahrungszusammensetzung und vor allem der Anteil und die Art der zugeführten Kohlenhydrate. Nimmt ein Diabetiker zu schnell zu viele Kohlenhydrate zu sich, hat dies einen gefährlichen Anstieg des Blutzuckers zur Folge, was dann nur durch die Verabreichung von Insulin normalisiert werden kann.

Auch die Psyche ist beteiligt. Stress im Beruf, in der Partnerschaft, Sorgen oder Probleme können über das vegetative Nervensystem zu Blutzuckerschwankungen führen. Körperliche Aktivität hingegen hat eine deutlich blutzuckersenkende Wirkung. Alle diese Faktoren muss ein Patient bei seiner Insulintherapie berücksichtigen.“

Bei welchen Blutzuckerwerten muss man aufpassen?

  • 90 mg/dl: Normal - aber Vorsicht walten lassen!
  • 80 mg/dl: Noch normal - jetzt kann es kritisch werden.
  • 70 mg/dl: Symptome treten auf.
  • 60 mg/dl: Die Hirnleistung ist beeinträchtigt.
  • 50 mg/dl: Jetzt wird es gefährlich!

Bei leichter Unterzuckerung kann der Patient selbst handeln: rasch ein bis zwei Stück Traubenzucker einnehmen (entspricht 10-20 g Glukose oder 11⁄2 Plättchen = 1 BE). Auch Fruchtsäfte und Cola (keine „Light“-Produkte!) eignen sich. Da Typ-1- und Typ-2- Diabetes verschiedene Ursachen haben, gestalten sich auch die Behandlungs- strategien unterschiedlich. Im ersten Fall erfolgt die Zufuhr von Insulinpräparaten, da dieses Hormon vom Körper nicht gebildet werden kann.

Ab wann muss Insulin zugeführt werden?
Bei Typ 2 ist ein Maßnahmenkatalog gefordert: Übergewicht reduzieren, qualitative Änderung der Ernährungsgewohnheiten sowie konsequente Ausübung einer regelmäßigen Sportart. Begleitend zu den Allgemeinmaßnahmen wird eine medikamentöse Therapie begonnen und je nach Bedarf gesteigert. Erst, wenn das alles nicht wirkt oder aus bestimmten Gründen eine Einnahme nicht möglich ist, muss Insulin vom außen gegeben werden. Etwa wegen einer Infektionskrankheit oder auch im Zeitraum rund um eine Operation bzw. während der Schwangerschaft.

Mit Maßnahmen nicht zu lange abwarten!
Obwohl dann bei Patienten oft die bange Frage danach aufkommt, ob sie nun schon schwer erkrankt wären, muss das nicht automatisch so sein. Der Grad des Diabetes wird mehr von akuten Blutzuckerschwankungen, Unterzuckerungen und Folgeerkrankungen bestimmt als von der Frage, ob Betroffene „nur“ Tabletten nehmen oder „schon“ Insulin spritzen. Bei zeitgerechter Umstellung auf Insulin können zudem die Zielwerte leichter erreicht werden, als wenn man zu lange zuwartet.

Ratgeber „Diabetes verstehen“ - derzeit in Ihrer Apotheke!
Symptome, Zielwerte sowie die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten werden in dem aktuellen Ratgeber „Diabetes verstehen“ vorgestellt. Auch Bewegungs- und Ernährungstipps sind enthalten. Ein Kapitel widmet sich dem Thema Diabetes bei Kindern. Die Broschüre wurde gemeinsam mit Experten erstellt und ist derzeit in der Apotheke kostenlos erhältlich. Zudem steht sie unter www.gesundheitverstehen.at ebenfalls kostenlos zum Download zur Verfügung.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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