21.11.2018 20:15 |

Eklat in Madrid

Außenminister beklagt Spuckattacke im Parlament

Zu einem Eklat ist es am Mittwoch im spanischen Parlament bei hitzigen Debatten über die separatistischen Bestrebungen in der Region Katalonien gekommen. Außenminister Josep Borrell wurde nach eigenen Angaben im Madrider Congreso von einem Vertreter der linksseparatistischen katalanischen Partei ERC bespuckt.

Kurz vor dem Zwischenfall war ein anderer ERC-Politiker, der stellvertretende Fraktionssprecher Gabriel Rufian, wegen Beleidigungen und Disziplinlosigkeit als erster Abgeordneter seit 2006 aus dem Sitzungssaal verbannt worden.

Rufian hatte Borrell unter anderem als „Faschisten“ und als „Hooligan“ beschimpft. Trotz einer Verwarnung durch Parlamentspräsidentin Ana Pastor hatte er seine Beleidigungsrede nicht unterbrechen wollen und weiter stehend mit den Armen gefuchtelt, obwohl Borrell bereits mit der Antwort dran war.

Beschuldigter bezeichnet Aussage als „Lüge“
Als der ausgewiesene Rufian den Saal verließ, folgten ihm seine acht Parteikollegen aus Solidarität. Dabei soll der Abgeordnete Jordi Salvador den Minister aus kurzer Distanz attackiert haben (siehe Video oben). Borrell reagierte sofort und sagte auch später vor Journalisten: „Er hat sich umgedreht und mich angespuckt.“ Salvador bezeichnete diese Aussage als „Lüge“. „Ich habe nie in meinem Leben jemanden angespuckt. So bin ich nicht“, sagte er.

Der wegen eines spanisch-portugiesischen Gipfels in Valladolid weilende Ministerpräsident Pedro Sanchez warnte auf Facebook: „Es gibt nichts Gefährlicheres für eine Demokratie als den Groll der Bürger gegenüber den Volksvertretern und den Institutionen, und was heute geschehen ist, trägt dazu bei.“

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