Große Umfrage

Die Liezener stellen ihrer Stadt mäßige Noten aus

Steiermark
13.11.2018 21:30
Porträt von Matthias Wagner
Von Matthias Wagner

Alles andere als schmeichelhaft ist das Zeugnis, das die Liezener ihrer Heimatstadt bei einer großen Umfrage ausgestellt haben. Besonders das trostlose Zentrum und der Verkehr liegen jenen 614 Personen, die den Fragebogen der Gemeinde ausgefüllt haben, schwer im Magen. Weit besser schneiden Bildung und Gesundheit ab.

16 Prozent der Haushalte haben den Fragebogen der Stadt ausgefüllt - ein überdurchschnittlicher Wert, betonen die Verantwortlichen. Und die haben durchaus Mut bewiesen: Ihre Fragen zu allerhand kommunalen Themen waren nicht darauf ausgerichtet, etwas zu beschönigen.

Ernüchternde Ergebnisse
Entsprechend schonungslos sind auch die Ergebnisse - mit zwei Liezener Dauerbrennern ganz oben auf der Negativ-Liste: Innenstadt und Verkehr. 85 Prozent sagen, dass in Liezen eine attraktive Innenstadt fehlt; 65 Prozent ärgern sich über den vielen Verkehr in der Stadt. Weiter unten in der Liste das Positive: 55 Prozent loben Kindergärten und Schulen, 54 Prozent die medizinische Versorgung. Knapp die Hälfte ist mit Einkaufsmöglichkeiten, Blumenschmuck und geografischer Lage zufrieden.

Auf der Hand liegen daher auch die dringendsten Hausaufgaben für die Politik: 88 Prozent wünschen sich eine attraktivere Innenstadt; 69 Prozent wollen dort eine verkehrsberuhigte Begegnungszone; 66 Prozent fordern schönere Gastgärten.

„Die Umfrage ist eine Initialzündung“ 
Das Ergebnis ist keine leichte Kost für die Stadtregierung. SP-Bürgermeisterin Roswitha Glashüttner, die ihr Amt erst zu Jahresbeginn von Rudolf Hakel übernommen hat, nimmt es aber nicht als Kritik an ihrer Person: „Ich sehe die Rückmeldungen als Aufforderung, das Thema Innenstadtentwicklung aktiv anzugehen. Die Umfrage ist eine Initialzündung. Jetzt geht es Schlag auf Schlag mit Arbeitssitzungen und weiteren Bürgerbeteiligungen.“

Glashüttner erinnert daran, dass Liezen lange Zeit ein kleiner Ort war, der durch die Industrie schnell wuchs. „Es musste viel sozialer Wohnbau geschaffen werden, unter anderem am heutigen Hauptplatz. Der ist in letzter Zeit zu einem ,Haupt-Parkplatz‘ geworden. Ein echter Stadtkern fehlt in Liezen, weil er in den Jahrzehnten des Wachstums nicht mitentwickelt worden ist.“

B 320: Studie kommt Ende November
Beim Verkehr will man sich auf die drei Bereiche Autoverkehr mit Parken, barrierefreie Fußwege und Radfahren konzentrieren. Zu einer möglichen Umfahrung im Zuge der B 320 soll Ende November eine eigene Studie präsentiert werden.

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