24.10.2018 06:07 |

Wie Sklaven gehalten

Suche nach 800 Leichen von irischen Heimkindern

Auf der Suche nach fast 800 Kinderleichen hat die irische Regierung systematische Ausgrabungen auf dem Grundstück eines ehemaligen Heims der katholischen Kirche genehmigt. Nonnen hatten die Mutter-Kind-Einrichtung für Unverheiratete im Westen Irlands von 1925 bis 1961 betrieben. Die Bewohner sollen dort wie Sklaven gehalten worden, viele unterernährte kleine Kinder an Krankheiten gestorben sein.

Erste Skelette im Erdreich waren bereits vor Jahrzehnten entdeckt worden. Anrainer glaubten Berichten zufolge anfangs, dass es sich um Opfer der irischen Hungersnot im 19. Jahrhundert handelte. Später entdeckten Experten unterirdische Kammern mit menschlichen Überresten - es waren Föten und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren. Nun soll das Grundstück systematisch abgesucht werden, wie das irische Kinderministerium am Montag mitteilte.

„Wie Abfall verscharrt“
In dem Heim seien tote Mädchen und Buben wie Abfall verscharrt worden, berichteten Überlebende. Eine Historikerin hatte den Fall ins Rollen gebracht. Sie fand in einem Sterberegister Einträge für fast 800 Kinder, die im Laufe der 36 Jahre in dem Heim gelebt hatten. Nur für ein einziges Kind konnte sie nachweisen, dass es beerdigt worden war.

Irland arbeitet mit einer Kommission landesweit die Geschichte von Heimen für ledige Mütter und deren Kinder auf. Zehntausende „gefallener Frauen“ sollen in solchen Einrichtungen untergebracht worden sein.

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