Do, 15. November 2018

Aufwärtstrend in Sicht

14.10.2018 15:33

Schaub über Ex-Klub Rapid: „Das nimmt einen mit“

Den Wirbel bei Rapid hat Louis Schaub in den vergangenen Wochen nur aus der Ferne miterlebt - und war dennoch mittendrin. Zu einigen Ex-Kollegen pflegt der österreichische Teamspieler nach wie vor engen Kontakt und war daher bestens informiert darüber, was sich in der Zeit des sportlichen Absturzes in der Liga, der Fan-Proteste und des Trainer-Rauswurfs in Wien-Hütteldorf abgespielt hat. Schaub: „Ich weiß, wie sich das anfühlt. Das nimmt einen mit.“

Die Freistellung von Coach Goran Djuricin kam für Schaub nicht wirklich überraschend. „Wie es halt im Fußball so ist, als Erster geht der Trainer, und das war auch diesmal der Fall“, erklärte Schaub am Sonntag in Wien.

Hoffen auf Ruhe
Der 23-Jährige geht nun von einem Aufwärtstrend bei den Grün-Weißen aus. „Ich glaube, dass jetzt langsam Ruhe einkehren wird. Es war einmal wichtig, das Heimspiel gegen Mattersburg zu gewinnen, und ich hoffe, dass sie in den nächsten Spielen ähnlich erfolgreich sein werden.“

„Kühbauer ist der Richtige“
Die Verpflichtung von Dietmar Kühbauer als neuen Trainer sei richtig gewesen, meinte Schaub. „Ich glaube, da haben sie jetzt einen guten Mann, der die Mannschaft wieder auf neue Gedanken bringt“, vermutete der Deutschland-Legionär. „Wenn man in einer Phase ist, in der viel Unruhe von außen kommt, ist es schwierig. Wenn dann ein neuer Wind kommt, ist das für das ganze Team gut, man kann wieder befreit aufspielen.“

Schaub spricht aus eigener Erfahrung, schließlich hat er selbst mit Rapid so manche Krise durchgemacht. „Wenn man ein paar Mal in so einer Situation ist, weiß man, wie es den Spielern geht. Da ist nicht alles so einfach, wie es sich einige da draußen vorstellen, dass man einfach heimgeht und sein Leben lebt. Das nimmt einen mit.“

„Das war bitter“
Mit dem 1. FC Köln befindet sich der Offensivspieler derzeit in einer angenehmeren Phase - nach neun Runden steht man an der Spitze der 2. deutschen Liga. Allerdings setzte es zuletzt am Montag eine überraschende 1:2-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg. „Das war sehr bitter, da hat man auch gesehen, dass noch nicht alles so gut funktioniert und wir uns in ein paar Punkten verbessern müssen“, betonte Schaub.

Vor allem das schlechte Abschneiden vor eigenem Publikum bereitet dem zehnfachen ÖFB-Teamspieler (fünf Tore) Kopfzerbrechen. Daheim holten die Kölner nur 7 von 15 möglichen Punkten, während auswärts alle Partien gewonnen wurden. „Wir müssen in Heimspielen eine Macht werden“, forderte Schaub.

Zu offensives Denken
Angesichts von 14 Gegentoren sei auch das Defensivverhalten verbesserungswürdig. „Die meisten Gegner stehen gegen uns hinten drin. Wir denken vielleicht zu offensiv und kassieren den einen oder anderen Konter, sind aber auch immer in der Lage, ein Tor zu schießen.“

In Köln ist Schaub unumstrittener Stammspieler, im ÖFB-Team muss er um diesen Status hart kämpfen. Beim 1:0 über Russland wurde er zur Pause ausgewechselt, in den fünf Partien danach reichte es nur noch zu einem Kurzeinsatz gegen Bosnien-Herzegowina. „Russland war nicht mein bestes Spiel. Da hatte ich meine Chance, habe sie aber nicht genützt“, gab Schaub zu.

Immerhin kann der Ex-Rapidler am Dienstag wohl wieder Werbung in eigener Sache betreiben, denn im Freundschaftsspiel in Herning gegen Dänemark winkt ein Platz in der Startformation. „Solche Tests sind dafür da, dass Spieler, die an der Kippe stehen, eine Chance bekommen. Dann müssen sie aber liefern“, meinte Schaub.

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