Sa, 15. Dezember 2018

Assistenztier-Streit

11.10.2018 12:04

Frau reist mit Eichhörnchen: Flugzeug geräumt

Ein Eichhörnchen hat in den USA dafür gesorgt, dass ein Flugzeug am Flughafen von Orlando in Florida stundenlang am Boden bleiben musste. Eine Frau hatte das Nagetier als Assistenztier zur „emotionalen Unterstützung“ mit an Bord genommen - was gegen die Richtlinien der Fluggesellschaft verstößt. Als sich die Uneinsichtige weigerte, die Maschine mit dem Nager wieder zu verlassen, mussten kurzerhand alle anderen Passagiere den Frontier-Airlines-Jet räumen. Der Fall endete mit tosendem Applaus und einem Stinkefinger.

Die Frau hatte laut Medienberichten bei der Buchung des Fluges von Orlando nach Cleveland gegenüber Frontier Airlines angegeben, ein Tier als Assistenztier mit an Bord zu nehmen. Allerdings unterschlug sie genauere Angaben, also um welche Art von Tier es sich konkret handelt.

Am Flughafen von Orlando schaffte sie es dann auch tatsächlich, mit dem Eichhörnchen als emotionale Unterstützung an Bord zu gehen. Weil die Airline aber die Mitnahme von Nagetieren ausdrücklich untersagt - Richtlinien, welche Tiere mitreisen dürfen, obliegen den einzelnen Fluglinien -, kam es vor dem Start der Maschine zur Konfrontation mit dem Bordpersonal. Denn als die Crew das Eichhörnchen entdeckte, wurde die Frau aufgefordert, die Maschine wieder zu verlassen. Sie blieb jedoch stur und verweigerte, woraufhin die Polizei alarmiert wurde und alle anderen Passagiere des Flugs wieder aussteigen mussten.

Frau unter Beifall der Mitreisenden aus dem Flugzeug gebracht
Die Frau wurde schließlich gegen ihren Willen zurück in das Flughafengebäude gebracht. Als Sicherheitskräfte die Frau im Rollstuhl zurück in den Flughafen brachten, erntete sie höhnischen Applaus, wie auf Twitter veröffentlichte Videos des Vorfalls zeigen. Als Reaktion hält die Frau den anderen Reisenden noch den Mittelfinger entgegen. Mit mehrstündiger Verspätung konnte der Flug dann endlich starten.

Der Fall hat offizielle Konsequenzen. Ab 1. November müssen emotionale Assistenztiere nun eine genaue Liste mit Anforderungen erfüllen, um an Bord von Flugzeugen von Frontier Airlines gebracht werden zu dürfen.

Mitnahme von Assistenztieren nimmt zu
In den USA ist es durchaus üblich, dass Tiere als „Emotional Support Animals“, also als emotionale Assistenztiere für Fluggäste mit Behinderungen oder Menschen mit Flugangst an Bord gehen dürfen. Insgesamt ist die Mitnahme von emotionalen Assistenztieren bei Flugreisen im Steigen begriffen. Bei der Fluglinie United waren es im Jahr 2016 etwa 43.000 Fälle, im Folgejahr bereits 76.000, wie eine Sprecherin gegenüber „USA Today“ erklärte.

Weil aber über die Jahre alle möglichen Tiere zu „Service Animals“ erklärt wurden, kam es immer wieder zu skurrilen Fällen, in denen Fluggäste nicht nur von Hunden und Katzen begleitet wurden, sondern auch von Truthähnen, Enten, Schweinen, Affen oder von einem Pfau. Ein Passagier schaffte es sogar, mit einem Pony zu fliegen.

Viele Airlines reagierten mittlerweile mit Einschränkungen der Regelungen. Hunde und auch Katzen sind gewöhnlich immer gerne gesehen, doch auch hier ist Vorsicht geboten. So wurde vor Kurzem ein Kind von einem Hund im Gesicht verletzt, als es versucht hatte, das Tier zu streicheln, wie die „Washington Post“ berichtete. Um ein Haustier - egal welches - als emotionales Assistenztier mit an Bord zu bringen, ist grundsätzlich eine ärztliche Bestätigung notwendig.

Harald Dragan
Harald Dragan

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