„Im Brennpunkt“

Aus für Ölheizungen: Besitzer verunsichert

Nachrichten
11.10.2018 06:00

600.000 Österreicher setzen derzeit noch auf Heizöl. Geht es nach der Bundesregierung, soll sich das in den kommenden Jahren ändern - um die Klimaziele zu erreichen.

„Tatsache ist, dass viele mit ihren Anlagen zufrieden sind und diese weiterbetreiben wollen“, sagt Martin Reichard vom Institut für wirtschaftliche Ölheizung. Es herrscht aber Verunsicherung, denn die Bundesregierung sagt den Heizungen in ihrer Energie- und Klimastrategie den Kampf an. Ab 2020 soll es in Neubauten keine Kessel mehr geben, ab 2025 geht es Altbeständen an den Kragen.

Anzahl der Ölheizungen soll sich halbieren
Das Ziel von Umweltministerin Elisabeth Köstinger: Sie will bis 2030 die Zahl von rund 600.000 Ölheizungen halbieren. Dazu gibt es den „Raus aus dem Öl“-Bonus. 3524 Anträge gingen bereits ein, 1116 sind genehmigt und wurden mit 5,37 Millionen Euro gefördert. „Es zeigt, dass es einen starken Willen gibt, aus Ölheizungen auszusteigen. Diesen Willen wollen wir unterstützen“, heißt es aus dem Ministerium.

Ministerin Elisabeth Köstinger (Bild: REUTERS)
Ministerin Elisabeth Köstinger

Kosten enorm
„Die Kosten liegen bei 20.000 Euro aufwärts“, so Reichard. „Bei alten Anlagen ist es günstiger, eine moderne Brennwerttechnik zu verwenden, als komplett umzusteigen“, meint er und unterbreitet Vorschläge, wie in Zukunft mit Öl geheizt werden könnte. „Bestehende Anlagen sind gut kombinierbar, etwa mit Wärmepumpen oder Photovoltaik.“ Die Zukunft könnte auch synthetisches Heizöl, das aus erneuerbaren Quellen erzeugt wird, sein. Dieses wird bereits in kleinen Mengen produziert, ist aber nicht am Markt. „Wenn es politische Einschränkungen gibt, dann muss man auch neue Energieträger einführen“, sagt Reichard.

(Bild: Statistik Austria, "Krone")

Bei den Ländern ist Niederösterreich Vorreiter
Dort wird das Installieren von Ölheizungen ab 2019 verboten. Landes-Vize Stefan Pernkopf (ÖVP): „Wenn jemand neu baut, hat ein Ölkessel darin nichts verloren. Diese sind die größten Klimakiller.“ Bis 2050 will Tirol energieautonom werden. „Das bedeutet, dass wir in Zukunft auf fossile Energieträger verzichten und aus der Ölheizung aussteigen“, so Energiereferent Josef Geisler (ÖVP). Salzburg setzt auf ein Belohnungssystem: „Das funktioniert sehr gut. In den vergangenen Jahren wurden in Neubauten keine Ölheizungen mehr eingebaut“, so Energie- und Klimareferent Heinrich Schellhorn (Grüne). Wer sich für erneuerbare Energie entscheidet, bekommt 2020 Euro extra. In Kärnten hält man nichts von einem Verbot. Bis 2020 will man den Umstieg auf erneuerbaren Energieträgern in Neubauten schaffen. Sowohl die Steiermark, als auch in Oberösterreich gibt es ebenso verschiedene Fördermodelle.

(Bild: thinkstockphotos.de (Symbolbild))

Daten und Fakten

  • Der durchschnittliche Heizölpreis lag am Mittwoch in Österreich bei rund 90 Cent/Liter. Die Preise sind im vergangenen Jahr gestiegen. 2017 zahlte man für einen Liter 68 Cent.
  • Erdgas kostet derzeit durchschnittlich 0,0686/kWh, die Fernwärme: 0,0951/kWh, der Strom: 0,1775/kWh und die Pellets: 0,237/Kilo.
  • In ganz Österreich wird jährlich rund eine Million Tonnen des fossilen Brennstoffs verbraucht.
  • Die Klima- und Energiestrategie: Mit der Umstellung von Ölheizungen auf Systeme mit erneuerbarer Energie bis 2030 sollen zwei Millionen Tonnen CO2 gegenüber heute eingespart werden.

Kronen Zeitung

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