11.09.2018 06:34 |

Kräfte gebündelt:

Gemeinsamer Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit

Seit 33 Jahren führt das BFI Tirol den „Berufskundlichen Mittelschulkurs“ durch - eine Maßnahme für Jugendliche ohne Schulabschluss. Durch Einsparungsmaßnahmen seitens des Bundes stand der Kurs jetzt vor dem Aus. Das Land und die AK Tirol sprangen nun ein und teilen sich die Finanzierung mit dem AMS Tirol.

Unsichere Familienverhältnisse, Schulden oder gar Kriminalität. Für manche Jugendliche stellt sich oftmals nicht einmal die Frage nach einem positiven Schulabschluss. „Der Kurs richtet sich an Jugendliche von 15 bis 19 Jahren, die eine zweite Chance am Arbeitsmarkt verdient haben“, betonte Bildungslandesrätin Beate Palfrader am Montag im Zuge einer Pressekonferenz.

Hohe Erfolgsquote
Durch Einsparungen des Bundes an das AMS, das den Kurs jedes Jahr finanziert hatte, wäre dieser trotz hoher Erfolgsquote heuer nicht mehr zustande gekommen. „An dem Kurs nehmen jährlich 60 Jugendliche teil, von denen anschließend rund 70 Prozent eine weiterführende Schule besuchen oder eine Lehre beginnen“, erklärte Anton Kern, Geschäftsführer des AMS Tirol. „Gerade bei Bildung zu sparen, ist für uns der falsche Weg“, ergänzte AK-Präsident Erwin Zangerl.

Kein Dauerzustand
Grundsätzlich sei die Finanzierung durch Land und Institutionen aber kein Dauerzustand. „Wir springen ein, weil Not am Mann ist, aber wir können nicht die Verpflichtungen des Bundes übernehmen, das würde uns überfordern“, betonte Palfrader.

Perspektiven geben
Rund 1500 aller Tiroler Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren haben keinen HS- oder PTS-Abschluss. Der Kurs stehe aber nicht nur für ein positives Abschlusszeugnis, sondern auch für persönliche Weiterentwicklung. „Wir wollen den Jugendlichen Werte und Einstellungen vermitteln. Zudem werden sie bei Bedarf auch sozialpädagogisch betreut“, so Karin Klocker, BFI-Geschäftsführerin. Der Großteil der Jugendlichen schaffe nach Abschluss des Kurses erfolgreich den Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Nicht am Menschen sparen
Die Gesamtkosten betragen rund 633.000 Euro. „Wenn wir jetzt investieren, fallen geringere Kosten für den Staat an, da wir letztlich alle von diesem Mehrwertprogramm profitieren werden. Denn spart man beim System, spart man auch immer beim Menschen“, betonte Zangerl abschließend.

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