31.08.2018 17:36 |

Wirbel auf Philippinen

Duterte: Schöne Frauen führen zu Vergewaltigungen

Eine erschreckende verbale Entgleisung hat sich der philippinische Präsident Rodrigo Duterte mit einem vermeintlichen „Witz“ geleistet. Er gab der Schönheit von Frauen die Schuld an der hohen Anzahl an Vergewaltigungsfällen. Frauenrechtsaktivisten können über diesen Scherz nicht lachen.

Duterte hatte während einer Rede in der zentralen Provinz Cebu am Donnerstag über die Kriminalitätsrate in der Stadt Davao auf der Insel Mindanao im Süden der Inselgruppe gesprochen: „Man sagte, in Davao gebe es viele Fälle von Vergewaltigung. Solange es viele schöne Frauen gibt, gibt es auch viele Vergewaltigungsfälle.“

Das fanden nicht alle lustig. Die philippinischen Frauenrechtsgruppe „Gabriela“ bezeichnete diese Aussage als „eine sehr gefährliche und verdrehte Mitteilung.“ Diese Äußerungen erhöhten das Risiko philippinischer Frauen, vergewaltigt zu werden. „Eine Person, die Gefallen an Massentötungen unschuldiger Menschen und Spaß am Herabwürdigen von Frauen findet sowie Vergewaltiger unterstützt, ist für das Präsidentenamt nicht geeignet.“

„Victim Blaming“ ist der Fachausdruck für das Verhalten des Staatschefs. Anstatt dem Täter gibt man dem Opfer von Sexualdelikten die Schuld: Diese hätten beispielsweise mit freizügiger Kleidung das Verbrechen provoziert.

Ein solcher Fehltritt sollte einem Präsidenten eigentlich nicht passieren. Doch Duterte ist schon öfter durch fragwürdige Aussagen aufgefallen. So tobte er, dass alle EU-Politiker aufgehängt werden sollen, oder plante, 42.000 Zivilisten mit Gratiswaffen auszustatten, um Drogen und Verbrechen zu bekämpfen. 

Der Sprecher des Präsidenten, Harry Roque, sagte, die Aussage solle nicht zu ernst genommen werden, da Duterte für seine Witze bekannt sei. Menschen außerhalb der nördlichen Region Luzon hätten in der Regel einen „anderen Sinn für Humor“ und würden „Dinge nicht so ernst nehmen“. Duterte ist der Vergangenheit auch wegen seiner Äußerungen über Vergewaltigungen bereits mehrfach scharf kritisiert worden.

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