"Amazonas Europas"

Grenzmur soll Teil eines riesigen Naturparks werden

Steiermark
17.12.2009 09:21
Der "Amazonas Europas", von der steirischen Grenzmur bis nach Serbien, ist ein wahres Naturjuwel: 600 Kilometer Flussgewässer ohne Kraftwerke und Barrieren, dafür mit einer beeindruckenden Artenvielfalt und in einem ursprünglichen Zustand. Sein Schutz ist jetzt ein Stückchen näher gerückt.

Hartnäckigkeit lohnt sich: Seit zehn Jahren kämpft der WWF darum, dass Teile der Mur, Donau und Drau zu einem sogenannten "Biosphärenpark" (ein internationaler Status, der einen besonders starken Schutz der Natur gewährt) zusammengefasst werden. Fünf Länder sind gefordert. Vor Kurzem erfolgte der Durchbruch: Ungarn und Kroatien beschlossen, bei der UNESCO um die Verleihung dieses Titels anzusuchen.

"Grünes Band" statt Eiserner Vorhang
"Nun sollen auch Österreich, Slowenien und Serbien dazustoßen", sagt WWF-Experte Arno Mohl. Dann wäre das größte Fluss- und Auenschutzgebiet Europas (etwa 800.000 Hektar) Realität – ein "grünes Band", dort, wo bis vor 20 Jahren der Eiserne Vorhang verlief.

Die Trennung Europas in Ost und West verhinderte aber auch eine Verbauung der Flusslandschaften. "Genau das soll der Status 'Biosphärenpark' auch in Zukunft bewirken", sagt Mohl. Jetzt wurde auch die Steiermark aktiv: Im Landtag wurde auf Antrag der Grünen beschlossen, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen. Nach Wunsch des WWF soll die Steiermark noch 2010 den Biosphärenpark verwirklichen – genau im "Jahr der Artenvielfalt".

von Jakob Traby ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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